17.02.2009 - 12 Wiederwahl des Technischen Beigeordneten
Grunddaten
- TOP:
- Ö 12
- Ausschuss:
- Rat der Stadt Wegberg
- Datum:
- Di., 17.02.2009
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 18:30
- Anlass:
- planmäßige Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Entscheidungsvorlage
- Federführend:
- Zentrale Verwaltungssteuerung
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Technischer
Beigeordneter Fabry verlässt zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes den
Sitzungssaal.
Bürgermeisterin
Klein merkt zum Beschlussvorschlag folgendes an:
„Der
Verwaltungsvorstand, d.h. Herr Erster Beigeordneter Schneider, Herr Kämmerer
Storms und ich, schlagen Ihnen nicht einfach nur die Wiederwahl des Technischen Beigeordneten
Herrn Fabry vor, sondern begründen unseren Vorschlag folgendermaßen:
- Herr Fabry hat sich
2001 - auf den ausdrücklichen Wunsch des Rates hin -um das Amt des
Technischen Beigeordneten beworben. Er hat mit diesem Schritt vor 8 Jahren
eine unkündbare führende
Angestelltenstelle zugunsten des Wahlamtes aufgegeben.
- Seinerzeit ist Herr
Fabry in geheimer Wahl von 35 Mitgliedern des Rates, ohne Gegenstimme, bei
2 Enthaltungen, gewählt worden.
- Der
Verwaltungsvorstand betont, dass der Technische Beigeordnete Herr Fabry in
den zurück liegenden 8 Jahren das Wahlamt mit hoher Motivation und sehr
großem Engagement ausgeübt und dabei immer die Interessen der Stadt
Wegberg im Auge behalten hat.
- Er hat die Ziele
der Verwaltung “Wirtschaftlichkeit - Effizienz -
Bürgerfreundlichkeit„ mitgetragen und in seinem Dezernat auch
umgesetzt; die Beschlüsse des Rates hat er - wenn es möglich war - zeitnah
realisiert.
- Für die
Bürger/Innen hat er immer eine offene Tür und hat bei Baumaßnahmen, die
Schulen und Kindergärten betreffen, die Leitungen der betreffenden
Einrichtung von Anfang an mit eingebunden.
- Er hat von seinen
Mitarbeiter/Innen im Dezernat Leistung gefordert und großes Geschick in der Mitarbeiterführung gezeigt.
- Mehrere wichtige
Baumaßnahmen sind derzeit im Entstehen (z.B. Mensa), an deren Planung Herr
Fabry maßgeblich beteiligt ist.
- Der
“Tiefbau” - ein Schwerpunkt des Herrn Fabry aufgrund seines
Studiums - hat auch zukünftig in der Stadt Wegberg großes Gewicht, fließen
doch - wie von der CDU in der heutigen Haushaltsrede untermauert - fast
80% der Haushaltsmittel in Kläranlagen und Kanalbau.
- Das vom Rat
geforderte Baumkataster und Straßenkataster mit seinen Auswirkungen auf
den städtischen Haushalt in Millionenhöhe kann ebenfalls von Herrn Fabry
fachlich kompetent begleitet werden.
- Dies sind einige
wesentliche Gründe, weswegen der Verwaltungsvorstand Sie, meine Damen und
Herren des Rates, bittet, der Wiederwahl des Herrn Fabry - die GO lässt sie ausdrücklich ohne
Ausschreibung zu - zuzustimmen. „
Ratsherr
Kersten bittet um eine kurze Erläuterung hinsichtlich des Abstimmungsverfahrens
im Bezug auf den vorliegenden Antrag der CDU vom
Bürgermeisterin
Klein informiert darüber, dass zunächst über den Beschlussvorschlag der
Verwaltung und ggf. im zweiten Schritt über den Antrag der CDU-Fraktion
abzustimmen sei, da es sich bei dem Antrag der CDU-Fraktion, unabhängig von
seiner Bezeichnung, inhaltlich um einen Sachantrag und nicht einen
Geschäftsordnungsantrag handele.
Aus
dem Rat erhebt sich dagegen kein Widerspruch.
Ratsherr
Kersten beantragt daraufhin die geheime Abstimmung zu diesem
Tagesordnungspunkt.
Bürgermeisterin
Klein informiert die Ratsmitglieder darüber, dass somit nach § 19 Abs. 2 der
Geschäftsordnung für den Rat und die Ausschüsse der Stadt Wegberg geheim
abzustimmen sei.
Ratsherr
Pillich mahnt die Beachtung des ordnungsgemäßen Ablaufes bei geheimen Abstimmungen,
insbesondere hinsichtlich der Stimmenzähler usw., an.
Ferner
erläutert er, dass seine Fraktion aufgrund der Wichtigkeit des Amtes des
Technischen Beigeordneten den Antrag auf öffentliche Ausschreibung der Stelle
gestellt habe. Sie habe beabsichtigt, so eine Marktanalyse zu erhalten, sei aber
auch davon ausgegangen, dass Herr Fabry sich bewerbe. Es sei keine Abwahl des
jetzigen Stelleninhabers beabsichtigt.
Ratsherr
Groß äußert, dass er den Antrag der CDU-Fraktion als zulässig erachte. Aufgrund
des Konjunkturprogrammes II und damit anstehenden Maßnahmen sei es aber erforderlich,
dass der Stelleninhaber über gute Ortskenntnisse verfüge. Dies sei bei Herrn
Fabry ohne Zweifel gegeben. Ferner habe dieser bisher auch immer ökologische
Gesichtspunkte berücksichtigt. Hintergrund für den Antrag der CDU sei die „Klientelpolitik“
der CDU-Fraktion.
Ratsherr
Kersten erkundigt sich, ob Herr Fabry zu einer Bewerbung verpflichtet sei.
Dies
wird von Bürgermeisterin Klein verneint. Die Verwaltung habe hierzu eine
Stellungnahme der Kommunalaufsicht eingeholt. Sie zitiert diese auszugsweise
wie folgt:
„….Eine
Pflicht des aktuellen Amtsinhabers zur aktiven Bewerbung im Falle einer
Stellenausschreibung nach § 71 Abs. 2 Satz 3 GO NRW gibt es aus meiner Sicht
hiermit allerdings nicht verbunden. Sinn und Zweck eines Bewerbungsverfahrens
ist einerseits, dem Bewerber die
Möglichkeit zu eben, sein Interesse an der Stellengesetzung zu bekunden und
andererseits, den Dienstherren mit für eine Stellenbesetzung notwendigen
Informationen über die Bewerber zu versorgen.
Da
der Beigeordnete kraft Gesetzes verpflichtet ist, eine Wiederwahl anzunehmen,
bedarf es keiner ausdrücklichen Bekundung seines Willens, das Amt auch künftig
fortzuführen. Vielmehr gebietet es die Systematik des Gesetzes im
Umkehrschluss, nicht den Wunsch nach einer Fortführung sondern denjenigen nach
einer Beendigung des Amts ausdrücklich zu äußern. Eine aktive Bewerbung ist des
Weiteren auch nicht zur Befriedigung des Informationsbedürfnisses des Rates
erforderlich. Der Rat verfügt bereits über umfassende Informationen zur Person
und der bisherigen dienstlichen Tätigkeit des amtierenden Beigeordneten.“
Durch
Bürgermeisterin Klein werden die vier Vorsitzenden der im Rat vertretenen
Fraktionen als Stimmenzähler bestimmt.
Diese
überzeugen sich vor Beginn der Wahlhandlung von dem ordnungsgemäßen Zustand der
Wahlurne.
Die
Ratsmitglieder werden sodann von Bürgermeisterin Klein einzeln namentlich
aufgerufen, erhalten jeweils einen vorbereiteten Stimmzettel und begeben sich
zur Stimmabgabe in die aufgestellte Wahlkabine, anschließend werfen sie den
Stimmzettel in die Wahlurne.
Am Ende des
Wahlgangs richtet Bürgermeisterin Klein die Frage an die anwesenden
Ratsmitglieder, ob alle ihre Stimme abgegeben haben und fordert dazu auf,
soweit dies noch nicht geschehen sein sollte, sich jetzt zu melden. Da sich
niemand meldet, erklärt sie den Wahlgang für abgeschlossen und bittet die vier
Fraktionsvorsitzenden mit der Auszählung der Stimmen zu beginnen. Nach
erfolgter Auszählung übergeben die Fraktionsvorsitzenden das Ergebnis an die
Bürgermeisterin, die dieses dann allen Anwesenden verkündet.
Aufgrund des
Ergebnisses teilt sie mit, dass Herr Fabry in seinem Amt als Technischer
Beigeordneter der Stadt Wegberg für weitere acht Jahre wiedergewählt worden sei.
Nach seiner
Rückkehr bedankt sich der Technische Beigeordneter Fabry für das ausgesprochene
Vertrauen und teilt mit, dass er die Wiederwahl annehme.
