Mitteilungsvorlage - VO/3082/15
Grunddaten
- Betreff:
-
Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilungsvorlage
- Federführend:
- Baubetriebshof
Beratungsfolge
| Status | Datum | Ausschuss | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Bauen, Umwelt und Vergaben (BUV)
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Kenntnisnahme
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24.03.2015
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die AfW Ratsfraktion stellte gem. § 20 der Geschäftsordnung des Rates und der Ausschüsse der Stadt Wegberg mit Datum 15.05.2014 den Antrag, Termine und Handlungsorte für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners vorzeitig auf der Internetplattform der Stadt Wegberg zu veröffentlichen.
Aufgrund von teils widersprüchlichen und unvollständigen Informationen zum Eichenprozessionsspinner (EPS) bzw. zur Bekämpfung des EPS soll diese Mitteilungsvorlage dazu beitragen, ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten:
Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Eichenprozessionsspinner (EPS) über Belgien und die Niederlande nach Deutschland eingewandert. Er kommt in lichten Eichenwäldern, am Waldrand oder an einzeln stehenden Eichen vor.
Die Ende April / Anfang Mai schlüpfenden Raupen fressen Blätter. Sie sind ca. 2,5 – 4 cm groß und leben in geselligen Verbänden. Mitte Juni ziehen sich ältere Raupen tagsüber und zur Häutung in typische, mit Kot und alten Larvenhäuten gefüllte Gespinstnester am Stamm oder in Astgabeln zurück. Diese Nester können bis zu einem Meter lang werden. Von dort aus begeben sich die Raupen in langen Ketten auf Nahrungssuche, wobei 20 bis 30 Tiere nebeneinander wandern können, diese „Prozession“ erreicht eine Länge von bis zu 10 m. Die Verpuppung erfolgt Ende Juni / Anfang Juli im Gespinstnest. Nach rund 3-5 Wochen schlüpft der unscheinbare graue Nachtfalter.
Aufgrund der Klimaveränderungen in unseren Breitengraden kommt es regelmäßig zu Massenvermehrung der Populationen.
Ältere Raupen haben sehr feine Brennhaare, die leicht abbrechen und mit dem Wind bis zu 200 m weit getragen werden. Auch in den Gespinstnestern finden sich große Mengen an Gifthaaren. Die Haare sind sehr lange haltbar und reichern sich über mehrere Jahre in Unterholz und Bodenbewuchs an. Die hohlen Haare enthalten ein stabiles Eiweiß, das auf der Haut oder Schleimhaut des Menschen sowohl allergische als auch toxische Reaktionen hervor ruft.
Unmittelbar nach dem Hautkontakt entwickelt sich ein fast unerträglicher Juckreiz, dem ein Hautausschlag folgt. Die Raupendermatitis kann sich in drei verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern zeigen (Quaddeln, Hautentzündungen und Knötchen). Auch Schwindelgefühl und Fieber sind nicht selten. Augen und Atemtrakt können ebenfalls betroffen sein; es kann zu allergischen Reaktionen mit Asthma-Anfällen kommen, eine Schock-Reaktion ist eher selten. Aufgrund der langen Haltbarkeit der Brennhaare sind auch außerhalb der Larven- und Puppenperiode Krankheitserscheinungen möglich.
Wichtigste Gefährdungen sind der Kontakt mit windgetragenen Gifthaaren und der „Giftpfeilhagel“ beim Passieren befallener Bäume bzw. beim Entfernen der Nester.
Beruflich betroffen sind in der Regel die Mitarbeiter des Städt. Baubetriebshofes und evtl. eingesetzte Kollegen der Feuerwehr beim Abflammen der Nester mit Gasflamme.
Dabei hat sich heraus gestellt, dass die zur Verfügung stehenden Schutzausrüstungen keine 100 %ige Sicherheit bieten.
Auf Kreisebene haben sich daher die Leiter der Baubetriebshöfe beraten, wie die unkontrollierten Massenvermehrungen unterbunden und die Gefährdungen für die Mitarbeiter und Feuerwehrkollegen minimiert werden können.
Unter Beteiligung der unteren Landschaftsbehörde des Kreises Heinsberg wurde in 2010 kreisweit der Eichenprozessionsspinner mit Hilfe des Wirkstoffes Dipel-ES bekämpft. Zuvor hatte es erste, erfolgreiche Tests an Kreisstraßen bzw. in den Gemeinden Selfkant und Waldfeucht, sowie bei der Stadt Heinsberg gegeben.
Bei Dipel-ES handelt es sich nicht, wir vielfach behauptet, um eine „chemische Keule“, sondern um ein natürliches Mittel, den für den Menschen ungefährlichen Bazillus Thuringiensis.
Dieser Wirkstoff kann nur in einem engen, von der Witterung (Wärme, Trockenheit) abhängigen Zeitfenster eingesetzt werden. D.h., die Raupen müssen geschlüpft sein, dürfen jedoch noch keine Haare ausgebildet haben, was ab der dritten Verpuppung der Fall ist.
Bazillus Thuringiensis lähmt den Verdauungstrakt der jungen Raupen, so dass diese absterben, bevor die gefährlichen Haare überhaupt entstehen.
Mit Hochdruck wird der in Wasser gelöste Wirkstoff als Nebel durch einen landwirtschaftlichen Dienstleister in die Eichen geblasen.
Bei der Stadt Wegberg sind im Frühjahr 2014 auf diese Art und Weise 818 Eichen behandelt worden. Dabei sind Kosten für Dipel-ES und Dienstleister in Höhe von 2.543,98 Euro (3,11 Euro je Baum) entstanden.
Aufgrund der kreisweit eingekauften Leistung konnten sowohl beim Wirkstoff als auch bei der Dienstleistung selber Kostenvorteile realisiert werden.
Durch die Anwendung des Wirkstoffes Dipel-ES konnten sowohl die ungehemmte Ausbreitung der EPS eingedämmt werden, als auch die Gefahren von Gesundheitsschäden für Bürger und städt. Mitarbeiter wesentlich verringert werden. Die personal- und vor allen Dingen kostenintensive Bekämpfung des EPS mittels Schutzausrüstung, Hubsteiger und Gasbrenner konnte nach dem Einsatz des Bazillus Thuringiensis auf ein Minimum zurück gefahren werden.
Finanz. Auswirkung
Kosten und Finanzierung:
Es fallen keine bezifferbaren Kosten für eine Veröffentlichung unter www.wegberg.de an.
Alternativen:
keine
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Da die Bekämpfung des EPS von diversen Faktoren wie Wetter, Wärme, Trockenheit und Schlupfzeitpunkt der Raupen abhängig ist, kann nur sehr kurzfristig über Zeitpunkt und der dazugehörigen Örtlichkeit einer Bekämpfungsmaßnahme im Netz informiert werden.
Der Fachbereich Baubetriebshof wird tagesaktuell über die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners berichten.
Der Fachausschuss nimmt Kenntnis.
Anlagen
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(wie Dokument)
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30,6 kB
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