Entscheidungsvorlage - VO/0617/07
Grunddaten
- Betreff:
-
Erstellung eines "Grünkonzeptes Innenstadt"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Entscheidungsvorlage
- Federführend:
- Planen, Bauen, Wohnen
- Finale Freigabe:
- Friedel Schroeders
Beratungsfolge
| Status | Datum | Ausschuss | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung (StaWi)
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Entscheidung
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27.11.2007
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Sachverhalt
Sachverhalt:
In
den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt der Stadtentwicklungsplanung in der
Neuausweisung von Wohnbauflächen. Zwischenzeitlich ist jedoch deutlich
geworden, dass die Aufwertung des Stadtzentrums Wegberg mit seinen vielfältigen
Problemen, aber auch Potenzialen, die Stadt dauerhaft vor neue Aufgaben stellt.
Daher
hat die Stadt als ersten Baustein bereits vor rund fünf Jahren einen
erfolgreichen Stadtmarketingprozess begonnen. Zwischenzeitlich konnten
zahlreiche Maßnahmen in den Bereichen Freizeit und Tourismus, Wohnen und
Einkaufen umgesetzt werden. Insbesondere sind Projekte zur Steigerung der
Attraktivität der Innenstadt für Bewohner und Besucher der Stadt zu nennen, die
gemeinsam mit den ansässigen Einzelhändlern durchgeführt werden, um der
derzeitigen negativen Leerstandsentwicklung entgegenzuwirken und dadurch zu
einer Belebung der Innenstadt beitragen.
Ergänzend
dazu wird derzeit als zweiter Baustein – gemeinsam mit allen betroffenen
Akteuren – ein Einzelhandelsstandort- und Zentrenkonzept erstellt. Ein
erstes Arbeitsgruppentreffen wird voraussichtlich noch in diesem Jahr
stattfinden. Nach Ausarbeitung dieses Konzeptes soll die
Einzelhandelsentwicklung zugunsten der Innenstadtlage auf Ebene der
Bauleitplanung planungsrechtlich gesteuert und damit eine nachhaltige
Qualitätssicherung und
–verbesserung im Einzelhandel erreicht werden.
Als
weiteren Baustein zur Aufwertung des Stadtzentrums schlägt die Verwaltung eine
Inwertsetzung der vorhandenen städtischen Grünflächen vor.
Wegberg
hat im Volksmund zahlreiche Namen, wie „Schwalmquellenstadt“ oder
„Stadt der Mühlen“, die auf ihre naturräumliche Besonderheit und
auf die damit verbundenen Auswirkungen auf die hier lebenden Menschen
hinweisen. Insbesondere die Landschaft der Schwalm mit ihren Mühlen bildet den
unverwechselbaren Charakter Wegbergs noch in heutiger Zeit und ist
Anziehungspunkt für zahlreiche Gäste. Es ist daher Anliegen und Verpflichtung
der Stadt sowohl die das Bild Wegbergs seit Jahrhunderten prägenden
Wassermühlen zu bewahren als auch die naturräumlichen Besonderheiten zu
schützen.
Unter
anderem dieser Gedanke führte dazu, die Ramachers Mühle durch die Stadt zu
erwerben.
Die
besondere naturräumliche Situation des Stadtzentrums wird neben der Schwalm
zusätzlich durch den Beeckbach geprägt. Durch diese beiden Wasserläufe erhält
die Innenstadt ihre Einzigartigkeit und besondere naturräumliche Identität.
Eingebettet
in dieses „Grüngerüst“ aus Beeckbach und Schwalm befinden sich die wertvollen
Grünbereiche des Stadtparks und des Alten Friedhofes. Beide Bereiche stellen aufgrund
des Bewuchses und der Vernetzungsfunktion der Schwalm wichtige
Trittsteinbiotope und eine Verbesserung des innerstädtischen Kleinklimas dar.
Zugleich
sind Stadtpark und Alter Friedhof aus stadtgestalterischen Gesichtspunkten
prägend für die Innenstadt und wichtig als wohnungsnahe Ruhezonen für die
innerstädtische Wohnbevölkerung. Über einen schwalmbegleitenden Fuß- und Radweg
ist bereits eine direkte Wegeverbindung
untereinander gegeben.
Auch
im Hinblick auf die stadtentwicklungspolitischen Leitvorstellungen des neuen
Flächennutzungsplanes ist die Inwertsetzung von Stadtgrün von besonderer
Bedeutung. Auf der Ebene der Bauleitplanung ist weiterhin eine Stärkung der
Innenstadt durch eine geeignete Zuweisung von Wohnbauflächen in Fuß- und
Radwegeentfernungen beabsichtigt. Für eine nachfrageorientierte Entwicklung der
Innenstadt ist, neben ausreichendem Einzelhandelsbesatz und sozialer
Infrastruktur, eine familienfreundliche Wohnumfeldgestaltung durch attraktive
Grünbereiche notwendig.
Mit
dem demographischen Wandel der Gesellschaft wird eine Alterung der Bevölkerung
einhergehen. Bereits heute werden innenstadtnahe Wohnungen in überschaubaren
Größen nachgefragt. Dieser Bedarf wird sich in Zukunft nach den vorliegenden
Prognosewerten noch deutlich erhöhen. Zielsetzung ist es, im Sinne einer
„Stadt der kurzen Wege“, entsprechende Wohnprojekte weiterhin zu
fördern. Gerade diese Altersgruppe benötigt jedoch angstfreie Grünbereiche, in
denen sie sich gerne aufhält und am gesellschaftlichen Leben teilnimmt - denn
öffentliche Grünflächen stellen im Alter oft einen Ersatz für den ehemaligen
eigenen Garten
dar
-.
Es
hat sich in vielen Städten gezeigt, dass gut gestaltete Grünbereiche Magnete
für Bürger und Besucher darstellen. Durch eine attraktive Gestaltung besteht
auch hier die Chance, dass mehr Menschen
die „verborgenen Schätze“ Stadtpark und Alten Friedhof aufsuchen
und als Synergie-Effekt zugleich die Innenstadt beleben. Eine günstige
Voraussetzung dazu bildet die Lage zu den innerstädtischen Einkaufsbereichen.
Der Alte Friedhof grenzt unmittelbar an die Bahnhofstraße; der Stadtpark ist
durch attraktive Passagen mit der Fußgängerzone verbunden.
Darüber
hinaus werden zukünftig Stadtpark und Alter Friedhof mit Hilfe des geplanten
Lückenschlusses zwischen den Straßen Im Ländchen und Grenzlandring an das
überörtliche touristische Radwegenetz des Naturparks Maas-Schwalm-Nette
wesentlich besser verknüpft. Insbesondere dem Stadtpark könnte dadurch zukünftig
als „Visitenkarte“ der Stadt eine noch wichtigere Bedeutung
zukommen. Radfahrer entlang der Schwalm,
aus Richtung Molzmühle kommend, werden zukünftig direkt in den Stadtpark
und damit in die Innenstadt geleitet.
Aus
den vorgenannten Gründen sieht die Verwaltung daher die Notwendigkeit, auf
Grundlage eines Grünkonzeptes die Bereiche des Stadtparks und des Alten
Friedhofes durch verschiedenste Maßnahmen aufzuwerten.
Denkbar
sind etwa gartenpflegerische Maßnahmen, die zukünftig Sichtachsen und
Blickbeziehungen ermöglichen. Auch eine Verbesserung des Wegesystems und eine
Erneuerung von Wegen und der Möblierung sind notwendig.
Neben
diesen Instandsetzungsmaßnahmen sollten jedoch weitergehende Schritte zur
Steigerung der Attraktivität durchgeführt werden. Etwa eine geschickte
Lichtinszenierung kann - insbesondere in der dunklen Jahreszeit - die
Grünbereiche zusätzlich aufwerten, helfen Angsträume abzubauen sowie die Anzahl
der Parkbesucher und die Sozialkontrolle zu erhöhen.
Auch
sollte eine Beschilderung von Rundwegen dazu animieren, die Grünflächen und
zugleich die Einkaufsbereiche der Innenstadt aufzusuchen. Ein Rundweg, etwa
beginnend vom Parkplatz Schwalmaue über Stadtpark, Schwalm, Alter Friedhof,
Bahnhofstraße und Fußgängerzone, kann
helfen, dieses Ziel zu erreichen.
Zusätzlich
sollte versucht werden, das Thema „Wegberg – im Tal der
Mühlen“ zu visualisieren. So könnte einerseits zum Beispiel unter dem
Motto „Erlebniswelt Wegberg“ der jetzige Spielplatz im Bereich des
Stadtparks mit Hilfe eines Wasserspielplatzes im Sinne einer kinderfreundlichen
Stadtgestaltung deutlich aufgewertet und zugleich Kinder an das Element Wasser
und seine Bedeutung für Wegberg herangeführt werden. Andererseits kann durch
eine derartige Maßnahme auch eine Belebung der in Sichtweite angrenzenden
Fußgängerzone möglich werden (wer spielt, bekommt Hunger und Durst).
Eine
weitere Maßnahme wäre im Bereich der Burg vorstellbar. Die Burg Wegberg und die
Ramachers Mühle bildeten geschichtlich eine Einheit. Heute stellt der
Burgparkplatz jedoch eine Zäsur dar. Im Rahmen eines Grünkonzeptes sollte daher
überprüft werden, wie dieser historische Zusammenhang durch eine gestalterische
Aufwertung der Parkplatzfläche wieder verdeutlicht werden kann.
Im
Bereich des Alten Friedhofes ist es möglich, die ehemalige Nutzung durch die
Wiederherstellung des historischen Wegeverlaufes und Sanierung der noch
vorhandenen Grabmale zu verdeutlichen.
Nicht
zuletzt wäre durch die Einrichtung eines Skulpturenrundganges eine Aufwertung
des öffentlichen Raumes durch Kunst erreichbar.
Entscheidend
ist, dass derartige Ideen zunächst in einem zusammenhängenden
„Grünkonzept Innenstadt“ als Masterplan, unter Beteiligung der
Politik und der betroffenen Fachbereiche der Verwaltung, eingearbeitet
werden. Hierbei sind neben den
eigentlichen Herstellungs- auch die anschließenden Pflegekosten zu beachten.
Aufgrund
der fehlenden Fachkenntnis innerhalb der Verwaltung wird zur Ausarbeitung des
Grünkonzeptes eine Auftragsvergabe an ein Fachplanungsbüro notwendig. Im
Anschluss daran sollte die Förderfähigkeit überprüft und die Maßnahmen
schrittweise umgesetzt werden. Ein erstes Gespräch über die Möglichkeit der
Förderung wurde bereits mit dem zuständigen Landesministerium geführt.
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der
Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung nimmt die Darstellungen
im Sachverhalt zu Kenntnis. Die Verwaltung wird zunächst beauftragt, mit
geeigneten Landschaftsplanern Kontakt aufzunehmen und anschließend über das
weitere Vorgehen zu berichten.
