Entscheidungsvorlage - VO/0007/20

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Gemäß der mit dem Rat der Stadt Wegberg getroffenen Regelung zu Wertgrenzen bei der Durchführung baulicher Maßnahmen stellt der Fachbereich Gebäudewirt­schaft dem Ausschuss für Wohnen, Bauen, Umwelt und Vergabe nachfolgend eine geplante Baumaßnahme vor, deren Wert oberhalb der festgelegten Grenze von 30.000,- € liegt.

 

Sachverhalt

Ende des Jahres 2018 wurde im Rahmen der jährlichen Trinkwasserhygieneunter­suchungen in den Sanitär- und Umkleidebereichen der Turnhalle der Katholischen Grundschule Arsbeck ein Befall des Trinkwassers mit Legionellen festgestellt. Aufgrund der bei einem solchen Befund bestehenden gesetzlichen Verpflichtung wurde die Erstellung einer sogenannten Gefährdungsanalyse durch einen hierfür anerkannten staatlichen Sachverständigen (Büro THW Analysen Jung, Frankfurt a. Main) beauftragt.

(Info: Eine Gefährdungsanalyse soll dem Betreiber einer Trinkwasser­anlage eine konkrete Feststellung der planerischen, bau- oder betriebstechnischen Mängel einer Anlage liefern. Sie soll darin unterstützen, notwendige Abhilfemaßnahmen zu identifizieren und ihre zeitliche Priorisierung festlegen)

Mit der Durchführung von Sofortmaßnahmen zur Trinkwasserhygiene, zur fachtech­nischen Begleitung der Gefährdungsanalyse und für die Planung und Durchführung zwischenzeitlicher baulicher Maßnah­men am Leitungssystem, wurde das Ingenieur­büro  EnTeW – Energietechnik Welfers  aus Wegberg beauf­tragt.

Sowohl die vorgenommenen thermischen Desinfektionen als auch die mit dem Ersteller der Gefährdungsanalyse abgestimmte Mikrobiologische Sanierung des Trink­wasserleitungssystems zeigen jedoch keinen nachhaltigen Erfolg. Nach den ge­wonnenen Erkenntnissen des Ingenieurs und der anderen mit den Maßnahmen be­fass­ten Firmen ist das komplette Trinkwasserleitungssystem der Sanitärbereiche der Turnhalle (Kalt- und Warm­was­ser­system) in einem solch schlechten tech­nischen Zustand (Inkrustra­tionen, geringe verblei­bende freie Querschnitte, Gefahr von jederzeit auftretenden Rohrbrüchen), dass eine Erneuerung des Leitungs­sys­tems in Gänze erforderlich ist, um die Trink­wasser­hygiene nachhaltig sicher­stel­len zu können.

Derzeit sind in den Duschbereichen der Turnhalle bei den Damen und den Herren jeweils drei Duschen mit sogenannten Legionellenfiltern ausgestattet, die 4-wöchent­lich zu erneuern sind. Sie schließen eine Gesund­heitsgefahr durch Legionellen aus und ermöglichen so die weitere Nutzung der Duschbereiche für Schulen und Ver­eine. Zudem wird die Mikrobiologische Sanie­rung des Leitungssystems in geringem Umfang fort­geführt, um eine Legionellen-Rückkonta­mination in das intakte Leitungs­system des Schul­gebäu­­des zu verhindern. Die laufenden monat­lichen Kosten hierfür und für die kontinuierliche Erneuerung der Filter belaufen sich auf rund 2.700,- €.

 

Erneuerung des Trinkwasserleitungssystems

Zur Sicherstellung der Trinkwassergiene ist aufgrund seines schlechten tech­nischen Zustands das Trinkwasserleitungssystem in den Sanitärbereichen der Turnhalle zwingend zu erneuern. Hierfür sind umfängliche Planungsleistungen der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) im Bereich Sanitär und Heizung erforder­lich. Mit der Planung, Ausschreibung und Bau­überwachung der Sanierungs­maßnahme wurde daher auf der Grundlage der an­re­chen­baren Kosten einer Grobkostenschätzung wiederum das Büro  EnTeW–Welfers gem. HOAI (Honorar­ordnung für Architekten und Ingenieure) mit Datum vom 05.12.2019 beauf­tragt.

Das mit dem Fachbereich Gebäudewirtschaft abgestimmte Sanierungs­konzept des TGA-Fachplaners sieht nun vor, das alte Trinkwasserleitungssystem außer Betrieb zu nehmen, es aber nicht rückzubauen sondern aus Kostengründen in den Wänden und den abgehängten Decken zu belassen. Das neue Leitungssystem soll „Aufputz“ installiert und danach abgekoffert werden. Die Anzahl der Duschen und Waschtische soll reduziert und dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden. So können sowohl die Sanitärinstallations­arbeiten als auch die erforder­lichen baulichen Nebenarbeiten minimiert, und die Sanierungs­kosten so gering wie möglich gehalten werden.

Der 1985 errichtete Anbau mit den Sanitär- und Umkleidebereichen der Turnhalle ist mit Ausnahme der Trinkwasseranlage baulich noch in einem vergleichsweise guten Zustand und erfordert nach Auffassung der Verwaltung keine bauliche Sanierung der Räume. Daher wird die Möglichkeit, die Erneuerung des Trinkwas­ser­­leitungssystems für eine umfassende Gesamtsanierung der Umkleide- und Sanitär­räume zum Anlass zu nehmen, aus Kostengründen nicht em­pfohlen.

Die Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung der erforderlichen baulichen Nebenarbeiten (Trockenbau, Innenputz, Fliesen- und Abdichtungsarbeiten, Maler, etc.) sowie die Gesamtkoordination der Maßnahme wird vom Fachbereich Gebäude­wirtschaft übernommen.

 

Ertüchtigungen an der Heizungsanlage des Schulgebäudes

Im Zuge der bisherigen fachtechnischen Begleitung wurden bei den Ortsterminen in der Schule durch das Büro EnTeW Welfers erhebliche Mängel an der Heizungs­anlage, am Heizungswasser und an der Wasseraufbereitung der Heizungsanlage festgestellt.

Um die reguläre Lebensdauer  der Heizungsanlage sicherzustellen und einen weite­ren stö­rungs­freien Betrieb zu gewährleisten, sind hier kurzfristig verschiedene bau­liche Ertüchtigungen erforderlich. Diese sollen aufgrund der auch hier vorliegenden hohen Dringlichkeit zeitgleich mit den Arbeiten zur Erneuerung des Trinkwasser­leitungssystems geplant, ausgeschrieben und durchgeführt werden.

 

Kosten und Finanzierung

Die Gesamtbaukosten für die Erneuerung des Trinkwasserleitungssystems und die Ertüchtigungen an der Heizungsanlage werden inklusive der baulichen Neben­arbeiten und der Inge­nieur­honorare auf 120.000,- € brutto geschätzt. Entsprechende finanzielle Mittel sind im konsumtiven Bereich des Haushaltsentwurfs 2020 unter dem Produktsachkonto  030101 521100 – Instandhaltung Grundschule Arsbeck  angemeldet.

Die Durchführung der Maßnahmen unterliegt sowohl hinsichtlich des Gesundheits­schutzes und der Trinkwasserhygiene im Sanitär- und Umkleidebereich der Turn­halle, als auch hinsichtlich der technischen Erfordernis zum Erhalt der Heizungsan­lage des Schulgebäudes einer hohen terminlichen Dringlichkeit. Die möglichst kurzfristige Umset­zung der Maßnahmen ist zwingend erforderlich und im Zeitraum der vorläufigen Haushaltsführung daher auch möglich.

 

Termine

Gemeinsam mit dem Ing.-Büro EnTeW Welfers wurde zur möglichst raschen Realisi­erung der Baumaßnahmen die folgende Terminschiene erarbeitet und vereinbart:

-          Planung, Erstellung der Leistungsverzeichnisse bis Anfang Februar 2020

-          Beginn der Bauarbeiten     ca. Ende März 2020

-         Fertigstellung und Wiederinbetriebnahme  ca. Juni 2020

In welchem Umfang die Umkleide- und Sanitärbereiche der Turnhalle während der Bauzeit genutzt werden können, ist mit den Beteiligten noch im Detail abzustimmen. Für die Turn­halle selber wird es aller Voraussicht nach keine Einschränkungen der Nutzbarkeit geben.

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Finanz. Auswirkung

 

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag

Der Ausschuss für Wohnen, Bauen, Umwelt und Vergabe beschließt die Durch­füh­rung der baulichen Maßnahmen zur Sanierung des Trinkwasserleitungssystems in den Sanitär- und Umkleidebereichen der Turnhalle der Grundschule Arsbeck, sowie die Ertüchtigungsmaßnahmen an der Heizungsanlage des Schulgebäudes, wie im Vorlagen­text beschrieben.

 

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