Entscheidungsvorlage - VO/0152/22
Grunddaten
- Betreff:
-
Wegberger Eisbahn hier: Energiemangellage
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Entscheidungsvorlage
- Federführend:
- Bürgermeister/ Dezernat I
- Finale Freigabe:
- Lambertz, Ulrich
Beratungsfolge
| Status | Datum | Ausschuss | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Rat der Stadt Wegberg
|
Entscheidung
|
|
|
|
30.08.2022
|
Sachverhalt
Sachverhalt:
Die Wegberger Eisbahn gehört seit 2010 zu den größten Veranstaltungen in der Mühlenstadt. Auf dem Rathausplatz finden die Besucher ab Mitte November für acht Wochen neben Ständen mit kulinarischen Angeboten eine Eisbahn. Die Veranstaltung wird finanziell und organisatorisch über die Werbegemeinschaft abgewickelt. Unmittelbar werden hierfür keine Haushaltsmittel in Anspruch genommen.
Die Stadt steuert, insoweit mittelbar haushaltsrelevant, die Organisation des kulturellen Programms (inklusive des Bierkasten-Curlings) sowie die Genehmigung der Veranstaltung durch das Ordnungs- und Bauordnungsamt bei.
Für den Betrieb der Eisbahn wird Kühlmittel durch ein Aggregat auf Minustemperaturen gekühlt, so dass das Wasser auf der Bahn gefriert. Hierzu ist eine Starkstromversorgung notwendig, die im vergangenen Jahr inkl. des geringen Stromverbrauchs für die Gastronomie in den Holzhütten zu einem Gesamtenergieverbrauch von rund 26.000 kW/h geführt hat. Dies entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch von sechs sparsamen Vierpersonen-Haushalten (rund 4.500 kW/h pro Haushalt). In den letzten Jahren konnte die Eisbahn bereits klimaneutral durch „grünen Strom“ betrieben werden.
Aufgrund der aktuellen Energiemangellage und der sich abzeichnenden weiteren Verknappung von Energie im Herbst/Winter hat sich der Verwaltungsvorstand mit der Thematik der Energieversorgung in Wegberg beschäftigt und ist zu der Ansicht gelangt, dass die Verwendung von großen Energiemengen zum Betrieb der Eisbahn nicht eingesetzt werden sollten.
Auch der Energieversorger, die NEW aus Mönchengladbach, hat sich bereits zu der Frage, inwieweit die Eisbahn in der herkömmlichen Art und Weise betrieben werden kann, geäußert:
„Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und dem damit verbundenen, reduzierten Erdgasimport ruft die Bundesregierung bereits seit längerer Zeit zum Energiesparen auf. Hierdurch soll der Füllstand der Erdgasspeicher in Deutschland selbst bei reduzierten Erdgasimporten weiter steigen. Das Energiesparen wird auch in der kommenden Zeit weiter geboten sein. Es wird in der bevorstehenden Heizperiode mit darüber entscheiden, in welchem Maße sich die Gassituation weiter verändern und ob eine Gasmangellage eintreten wird. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, weiterhin einen solidarischen Beitrag zu leisten und dort Energie einzusparen, wo dies möglich ist. Daher wird der Vorschlag, die Eisbahn in diesem Jahr nicht in gewohnter Art und Weise durchzuführen, auch von der NEW AG aus Mönchengladbach unterstützt.“
Der Bürgermeister hat ebenfalls Kontakt mit der Werbegemeinschaft aufgenommen und dort die Bedenken der Verwaltung kommuniziert.
Verwaltung und Werbegemeinschaft suchen bereits nach Alternativen z.B. durch eine Kunststoffeisbahn. Ob dies schließlich dazu führt, dass die Eisbahn auch im Jahr 2022/2023 stattfinden kann, ist noch nicht abschließend geklärt.
