Entscheidungsvorlage - VO/0154/24

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachverhalt:

Einführung:

Die Einführung zum Thema ist bei den Vorlagen zum OGS-Umbau bereits in Vorlage VO/0148/24 ausführlich dargestellt. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird an dieser Stelle daher darauf verwiesen.

 

 

Bedarf:

 

Die aktuelle Schulentwicklungsplanung sieht für die Gemeinschaftsgrundschule „Kastanienschule“ Rath-Anhoven folgende Schülerzahlprognose vor:

 

Schuljahr

Klasse 1

Klasse 2

Klasse 3

Klasse 4

Gesamt

Klassen

OGS

85-90%

2023/2024

18

26

30

27

101

4

86-91

2024/2025

27

20

27

30

104

4

88-94

2025/2026

19

27

20

27

93

4

79-84

2026/2027

20

19

27

20

86

4

73-77

2027/2028

16

20

19

27

82

4

70-74

2028/2029

27

16

20

19

82

4

70-74

2029/2030

20

27

16

20

83

4

71-75

 

An der Gemeinschaftsgrundschule „Kastanienschule“ Rath-Anhoven werden als Schule des Gemeinsamen Lernens auch behinderte und nicht behinderte Kinder im Gemeinsamen Lernen beschult. Als Schwerpunktschule sind jedem Jahrgang 2 Schülerinnen und Schüler hinzugerechnet, die aus anderen Schulbezirken dorthin zugewiesen werden.

 

Neben den Schülerzahlen sind auch die Mitarbeiterzahlen (Lehrpersonal, Betreuungspersonal, Integrationshelfer, Sozialpädagogen) an der Schule stark gestiegen.

 

 

Aktuelle Situation:

 

Derzeit nehmen die OGS- Kinder in einem viel zu kleinen ehemaligen Klassenraum ein Mittagessen zu sich. Dies geschieht aus organisatorischen Gründen in Gruppen nacheinander und bietet nicht immer den erforderlichen Zeitrahmen zur Einnahme der Mahlzeit. Gleichzeitig erfolgt in dem selben Raum die Vorbereitung der Mahlzeiten und auch der Abwasch zwischen den einzelnen Essensgruppen. Eine eigene Spülküche ist nicht vorhanden.

 

Die Betreuung erfolgt in einem eigenen, der OGS zugeordneten Gruppenraum im Erdgeschoss. Alle Klassenräume und ein Mehrzweckraum werden multifunktional genutzt, sind hierfür aber noch nicht alle ausreichend möbliert. Die Möblierung muss daher angepasst werden. Differenzierungsräume fehlen, um die Kinder des Gemeinsamen Lernens ausreichend differenziert beschulen zu können.

 

Das Lehrerzimmer ist viel zu klein. Es wurde in den 50er Jahren nur für 6 Personen geplant. Bedingt durch Teilzeitarbeit, zusätzliche Inklusionsbetreuung, OGS-Personal und sozialpädagogische Kräfte werden an dieser Schule zukünftig bis zu 14 Mitarbeitende tätig sein, so dass sich auch hieraus ein erhöhter Raumbedarf für das Lehrerzimmer und die Verwaltungs­arbeitsplätze ableiten lässt.

 

In Abstimmung mit dem zuständigen Fachbereich Bildung und Soziales, der Schulleitung, der OGS-Leitung und dem Fachbereich Gebäudewirtschaft ergibt sich nachfolgender Bedarf:

 

  • Neugestaltung der Mittagssituation (Mensa),
  • Schaffung von Differenzierungsräumen,
  • Sanierung der für den Werkunterricht genutzten Kellerräume,
  • Optimierung der Verwaltungsräume,
  • Schaffung von multifunktionalen Büros und Besprechungsmöglichkeiten,
  • Schaffung eines größeren Lehrerzimmers (für max. ca. 15 Personen nutzbar auch ge­mein­sam mit der OGS) inkl. Schließfächern und Ablagen.

 

Mögliche Lösungen für die beengte Platzsituation können nicht im vorhandenen Baukörper umgesetzt werden. Ein Anbau an der „Kastanienschule“ Rath-Anhoven ist daher unumgänglich.

 

 

Konzeptstudie:

 

Bei der hier vorgestellten Planung handelt es sich nur um eine Konzeptstudie, die eine Umsetzung der Bedarfsplanung auf Durchführbarkeit (sog. Machbarkeitsstudie) und deren voraussichtlichen Kostenrahmen prüft und damit eine Möglichkeit der Umsetzung aufzeigt. Die letztendliche und abschließende Planung wird noch durch ein zu beauftragendes Architekturbüro erarbeitet, abgestimmt und umgesetzt werden müssen.


Für die Konzeptstudien wurden Grundrisspläne erarbeitet, die die Entwurfsideen in ihrer Gesamtheit zeigen.

 

Der Textteil der Konzeptstudie bezieht sich auf diese Pläne und erläutert diese in den dargestellten Detailausschnitten je Raumgruppe und -einheit.

 

 

 

Barrierefreiheit:

Eine barrierefreie Ausgestaltung des Baukörpers wäre in dieser Schule mit sehr hohen Kosten verbunden - in der Konzeption wurde eine Kosten-Nutzen-Abwägung berücksichtigt. Es gilt im Grundsatz: Erdgeschoss barrierefrei, das Obergeschoss nicht. Trotzdem wird  auch bei den neu zu schaffenden Bereichen im OG soweit wie kostenverträglich auf Barrierefreiheit geachtet. Eine komplette Barrierefreiheit auch des Obergeschosses ist möglich und kann nachgerüstet werden.

 

 

  1. Neugestaltung Verwaltungsbereich im Obergeschoss:

Das Lehrerzimmer im OG (Abb. 35) wird mit der Bücherei zusammengelegt und dadurch vergrößert. Es bietet dann für bis zu 20 Personen Platz. Auch gemeinsame Besprechungen mit dem OGS-Personal werden dann möglich sein. Dies wird seitens Schul- und OGS-Leitung sehr begrüßt. Die Teeküche ist bereits vorhanden, Schließ- und Schrankfächer für Lehr- und OGS-Personal werden ergänzt.
Zwei multifunktionale Arbeits­plätze werden im neuen Lehrerzimmer zusätzlich geschaffen, so dass auch hier vorbereitendes Arbeiten möglich ist.

Die jetzige Bücherei zieht in den ‚Medienraum‘ (ehemaliger PC-Raum) um.

Der zuvor als OGS-Büro genutzte kleine Raum im Obergeschoss wird zum Arbeitsvorbereitungs- und Kopierraum (zuvor im Erdgeschoss). Das verkürzt die Wege.

 

 

  1. Neugestaltung des Verwaltungsbereiches im Erdgeschoss:

 

Auch im EG wird der Verwaltungstrakt (Abb. 36) neu strukturiert. Die Schulleitung erhält nun ein eigenes Büro (vormals gemeinsam mit der Sekretärin) inkl. Besprechungstisch z.B. für vertrauliche Eltern-Lehrer-Ge­spräche (ehemaliger „Arbeitsvor­bereitungsraum“). Das Sekre­tariat wird nun zusätzlich Büroarbeitsplatz für die OGS-Leitung, die bisher nur über einen kleinen Raum verfügte.Eine multifunktionale Nutzung ist hier aber ebenso möglich.

Diese Nutzungen sollen im Erdgeschoss verbleiben, damit direkt im Eingangsbereich eine schnelle und gute Erreichbarkeit für Eltern und Besucher gegeben ist. Das Hausmeister-Büro wird verkleinert, die vorhandene Notfall-Liege wird im neuen, behindertengerechten WC untergebracht, die vorhandene kleine Pantry-Küche wird separiert, so dass diese allen zur Verfügung steht.


Die Lehrer-WCs und Flure in Erdgeschoss und Obergeschoss bleiben räumlich unverändert, müssen aber renoviert werden. Ebenso ist ein Austausch der Türblätter mit Glastüren oder Glasausschnitten geplant.

 

 

  1. Sanierung der WC-Anlagen:

 

Es wird eine vollständige Sanierung der WCs in der Eingangshalle durchgeführt.
Im Erdgeschoss (Abb. 37) wird ein behindertengerechtes WC geschaffen, dieses erhält auch eine klappbare Notfall-Liege. Ein separater Putzmittelraum wird geschaffen, bisher wird das Putzmaterial offen im WC abgestellt. Eine mögliche Türöffnung in die Halle müsste erst brandschutz­technisch geprüft werden.
Die Lehrer-WCs werden in Erdgeschoss und Ober­geschoss saniert, eine neue, massive Trennwand mit Tür soll besseren Schallschutz gewährleisten.


 

 

 

 

 

 

Im Obergeschoss (Abb. 38) sind dann getrennte WCs für Jungen und Mädchen vorhanden, ein kleiner Putzmittelschrank ist auch hier vorhanden. Für die innenliegenden Räume wird eine Entlüftung erforderlich.


Die WC-Anlagen im Pausenhof bleiben unverändert, da sie sich noch in einem guten Zustand befinden.

 

 

 

  1. Multifunktionale Klassenräume


Analog der Konzeptionen in den übrigen Schulen, insbesondere der Grundschule „Am Beeckbach“, werden multifunktionale Klassenräume geschaffen, die als
 

  • Klassenraum mit je knapp 60 m²,
  • mit einer „Nische“ oder Vorraum (mit je ca. 7-8 m²) und
  • mit einem Nebenraum (mit je ca. 11 m²)

 

sowohl eine differenzierte Nutzung als Unterrichtsraum als auch eine kombinierte Nutzung als Klassen- (vormittags) und OGS-Raum (nachmittags) ermöglichen (Abb. 39).

In den Klassenräumen werden Aufbewahrungsmöglichkeiten und multifunktionales Mobiliar vorgesehen. Der Nebenraum kann für Differenzierungsarbeiten genutzt werden und soll mit einer Glaswand abgetrennt werden, so dass Sichtbeziehung und Aufsicht möglich sind, aber schallgedämmt ein separiertes Arbeiten in beiden Räumen ermöglicht wird.


Die Ausführungen und eine Nutzung der „Nischen“ bzw. Vorräume und ehemaligen Garderoben sind flexibel. Diese könnten dann als Ruhe-, Differenzierungsraum oder Lerninsel vom Flur aus genutzt werden.

Auch sind für die vier vorhandenen Vorräume unterschiedliche Ausgestaltungen möglich. Zunächst wird die gezeichnete Lösung als kleiner Lese- oder Entspannungsraum (für „Auszeit“, „Me Time“, Gruppengespräche oder als Leseecke) weiter übernommen, d.h. als abgetrennter Raum zu Flur und Klassenzimmer mit Glastüre und -wand. Ideen und Beispiele für eine mögliche Ausgestaltung der Nischen werden in Abb. 40 und 41 gezeigt, die natürlich an die örtlichen Gegebenheiten angepasst würden.


Der multifunktionale Raum ist in den Plänen nur einmal exemplarisch dargestellt, gilt aber natürlich für alle vier Klassenräume der Schule.


 

5. Flure mit Garderobe für Schülerinnen und Schüler


Analog zu der bereits ausgeführten Lösung im Altbau der Grundschule „Am Beeckbach“ sollen auch in Rath-Anhoven die Garderoben, Schuhplätze und Tornisterschränke in den Flur verlagert werden (Abb. 42). Mit einer Sitzbank versehen können so die Vorräume, die bislang als Garderoben genutzt werden, als separate Nischen eigenständig genutzt werden, s. Punkt zuvor.




 

 

 

  1. PC-Raum wird neuer Medienraum (OG)

 

Der Raum wird in der bisherigen Form und Nutzung nur noch wenig frequentiert, auch die Ausstattung mit Desktop-PC und Tastatur verliert zunehmend an Bedeutung (heute werden Tablets eingesetzt).

 

Daher wird der Raum nun gemeinsam mit der Bibliothek genutzt (Abb. 43), die aus dem Verwaltungstrakt nach hier umzieht. Zusätzlich kann dieser Raum auch als weiterer Differenzierungsraum genutzt werden.

 

 

 

 

 

  1. Zwei zusätzliche Differenzierungsräume

 

Wird der Neubau der Mensa als Anbau ausgeführt (siehe nachstehende Punkte 8 und 9), so können aus dem bisherigen Speiseraum zwei Differenzierungsräume gebildet werden.

 
Die bisherige Küche wird zurückgebaut, ebenso Kühlzellen und diverse Schränke. Die Raumnutzung wird dadurch zusätzlich vergrößert und optimiert (Abb. 44).
Eine Zwischentüre ermöglicht den Austausch zwischen den Räumen, diese könnte auch zweiflügelig ausgeführt werden.
 

 

 

  1. Neubau Mensa- Alternative 1

Als erforderliche Erweiterung der Schule wird ein Mensa-Anbau vorgeschlagen (Abb. 45).

Neben dem Hauptraum mit rund 90 m² Grundfläche und Platz für 50 bis max. 80 Personen werden hier eine neue Küche mit separierter Spülküche und Ausgabetheke und Nebenräumen untergebracht. Hierdurch können die einzelnen Funktionsbereiche einer Küche hygienisch voneinander getrennt werden.

Der Funktionskern mit Küche, WC-Anlagen und Technik- bzw. Vorratsräumen kann massiv und geschlossen, der Speiseraum verglast und lichtdurchflutet ausgeführt werden. Der Übergangsbereich zum Bestandsbau kann ebenfalls als auskragende Leichtkonstruktion ausgeführt werden, so dass auf aufwendige Fundamentierungen eher verzichtet werden kann. Wie auch bei den Anbauten der Grundschulen „Am Beeckbach“ und EKS-Teilstandort Merbeck soll auf eine nachhaltige ökologische Bauweise Wert gelegt werden, z.B. als Holzskelettbau, der reversibel ist (Schrauben statt Kleben etc.), auf aufwendige Gebäudetechnik soll verzichtet werden.

Die Ausführung ist als eingeschossiger Anbau vorgesehen, das Dach ist mit ausreichendem Sonnenschutz zu planen.


Der große Raum soll auch multifunktional genutzt werden können, z.B. als Aula der Schule. Auch für Vereinsnutzungen am Abend oder Wochenende wäre dies dann optional möglich, da der Anbau auch ‚autark‘ (d.h. ohne das sonstige Schulgebäude und mit Toilettenzugang) nutzbar wäre.

Eine Außenterrasse mit Möglichkeit, auch im Freien essen zu können, wäre problemlos ausführbar.

 

 

 

 

  1. Neubau als „kleiner Anbau“ – Alternative 2


Als Alternative zur Mensa wurde - streng nach dem gewünschten Anforderungsprofil für die OGS-Erweiterung – auch eine „kleine“ und kostengünstigere Lösung entworfen (Abb. 46).


Es werden die zwei gewünschten zusätzlichen Differenzierungsräume à 30 m² geschaffen. Der Übergang zum Neubau wird mit WC-Anlagen (hier als behindertengerechtes WC dargestellt), den erforderlichen Technikräumen und Flur mit Garderoben und Schrankflächen geplant.


Die bisherige OGS-Küche und Mensa im Altbau bleibt dadurch erhalten und wird baulich nicht verändert, ggf. wird neue oder angepasste Möblierung beschafft, so dass hier eine bessere multifunktionale Nutzung ermöglicht wird.

 

Seitens der bisherigen Planungsbeteiligten wird der Neubau der Mensa jedoch eindeutig bevorzugt, da diese nutzungstechnisch und architektonisch deutlich besser den Anforderungen der zukünftigen Schule gerecht wird.

Auch das Kreisveterinäramt regt bei Begehungen regelmäßig an, Kochbereiche von Spülbereichen deutlicher zu trennen, dem würde nur mit einem Anbau Rechnung getragen werden können.

 

  1. Werk- und Kreativräume im Kellergeschoss

 

Die bestehenden Werkräume im Keller sind derzeit nicht nutzbar, da diese zu feucht sind. Der Grund hierfür könnte ein mangelnder Luftaustausch sein.

Die Räume sollen daher saniert werden (Abb. 47), da diese als Arbeitsräume durch Schule und OGS bislang als Werkraum gut genutzt werden können und auch weiter genutzt werden sollen: „hier kann es auch mal dreckig werden“.

Durch feuchteausgleichende und schimmelresistente Innen­dämmung (Ausführung z.B. mit Kalziumsilikatplatten), einer automatisierten Lüftung und Renovierung der Lichtschächte sollen diese Räume besser nutzbar und freundlicher gestaltet werden.

Optionen einer neuen Beleuchtung oder Möblierung sind ebenfalls sinnvoll und möglich, derzeit aber nicht geplant und einkalkuliert.

 


 

  1.           Barrierefreiheit

 

Es wurde bereits erwähnt, dass die Schule nach dieser Konzeption nur im EG barrierefrei sein wird. Das EG kann somit komplett als stufenlos und barrierefrei gelten, für das Obergeschoss und das Kellergeschoss gilt dies weiterhin nicht.

Eine Rampe zur Überwindung der Eingangsstufe wird vorgesehen (Abb. 48).

Derzeit wird die Schule nicht als Inklusionsschule für „körperlich motorisch“ behinderte Kinder geführt. Sollte dennoch ein barrierefreier Ausbau gefordert werden, so wäre für das Obergeschoss ein Treppenlift im Haupttreppenhaus oder ein Aufzugvorbau im Bereich des Treppenhauses oder auch im Flur gegenüber Vorraum 1 und 3 möglich.

 
Ein zweites barrierefreies WC im Obergeschoss kann wie im Erdgeschoss statt der neuen WC- Anlage Jungen/Mädchen (Abb. 38) ausgeführt werden.


Somit wären dann nur noch die Werkräume im Kellergeschoss nicht barrierefrei.

Reduzieren

Finanz. Auswirkung

Kosten und Finanzierung:

Durch den Beschluss entstehen keine unmittelbaren Kosten.

 

Alternativen:

Alternativen werden von der Verwaltung nicht vorgeschlagen.

 

Reduzieren

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Bildung, Integration, Soziales, Kultur, Demographie und Sport nimmt die vorgestellten Planungen zur Kenntnis.

 

Der Ausschuss für Wohnen, Bauen, Vergabe und Liegenschaften nimmt die vorgestellten Planungen zur Kenntnis.

Reduzieren

Anlagen

Loading...