Entscheidungsvorlage - VO/0148/24

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Einführung:

Die Offene Ganztagsgrundschule (OGS) stellt ein zentrales Element des Bildungssystems in Nordrhein-Westfalen (NRW) dar, indem sie eine ergänzende Betreuung und Förderung für Grundschulkinder außerhalb des regulären Unterrichts anbietet. In den letzten Jahren hat die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in der OGS stark zugenommen, was zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema des Rechtsanspruchs auf einen solchen Platz geführt hat. Dieser Rechtsanspruch zielt darauf ab, allen Schülerinnen und Schülern den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Ganztagsbetreuung zu ermöglichen. Gleichzeitig kann auf diese Weise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden.

Mit dem Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) hat der Bund im Rahmen seiner Gesetzgebungskompetenz die stufenweise Einführung eines Anspruchs auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder (beginnend ab dem Schuljahr 2026/27) durch Änderungen des Sozialgesetzbuches 8 (SGB VIII) verbindlich festgelegt. 

In NRW soll die Gestaltung des Rechtsanspruches im Offenen Ganztag durch Erlass geregelt werden. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

 

Durch den Rechtsanspruch wird mittel- bis langfristig mit einer Auslastung der OGS von 85-90% der Schülerinnen und Schüler einer Schule gerechnet. Hier geht die Entwicklung ganz klar in Richtung Ganztagsbeschulung.

 

Die Zahl der Mitarbeitenden im Kollegium und die Zahl weiterer Personen, die in den Schulbetrieb eingebunden sind (Integrationshelfer, Inklusionsbetreuer, Sozialarbeiter, Betreuungskräfte), ist seit langem ansteigend. Die ursprünglich meist in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geplanten Schulbauten tragen dieser Entwicklung keine Rechnung. Die Mensen, Schulräume und Gemeinschafts­räume sind oft zu klein, Differenzierungsräume und freie Lernflächen stehen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Eine moderne, ansprechende und reizvolle Lernumgebung fehlt damit.

 

In den Grundschulen ist es daher generell erforderlich, konsequent in den Baukörper einzugreifen und die Schulen damit baulich zukunftsgerecht aufzustellen.

 

 

Bedarf:

 

Die Schulentwicklungsplanung zeigt für die Katholische Grundschule Arsbeck am Hauptstandort „Heuchter Straße 1“ folgende Schülerzahlprognose:

 

Schuljahr

Klasse 1

Klasse 2

Klasse 3

Klasse 4

Gesamt

Klassen

OGS

85-90%

2023/2024

27

52

47

40

166

7

141-149

2024/2025

42

27

52

47

168

7

142-150

2025/2026

41

42

27

52

162

7

138-146

2026/2027

30

41

42

27

140

6

119-126

2027/2028

37

30

41

42

150

7

128-135

2028/2029

28

37

30

41

136

6

116-122

2029/2030

29

28

37

30

124

5

106-112

 

Die Entwicklung im Baugebiet „Auf dem Kamp“ und „Helpensteinstraße“ ist hier noch nicht berücksichtigt.

 

Bei der Katholischen Grundschule Arsbeck handelt es sich um eine integrative Schule, an der behinderte und nicht behinderte Kinder im Gemeinsamen Lernen beschult werden.

 

 

Aktuelle Situation:

 

Derzeit nehmen die OGS- Kinder das Mittagessen im Forum zu sich. Dies geschieht in Gruppen nacheinander.

 

Die Betreuung erfolgt in zwei eigens der OGS zugeordneten Gruppenräumen im Untergeschoss, die sehr klein sind. Alle Klassenräume werden multifunktional genutzt, sind hierfür aber nicht ausreichend möbliert. Die Möblierung muss daher angepasst werden. Differenzierungsräume fehlen, um die Kinder des Gemeinsamen Lernens ausreichend differenziert zu beschulen.

 

Das Lehrerzimmer, das ursprünglich für 8 Personen dimensioniert wurde, ist viel zu klein für die weiter oben dargestellte Entwicklung im Kollegium und bei den sonstigen dort tätigen Personen. Küche, Spülküche und Essenssituationen reichen aus. Es müssen allerdings auch weitere Lager- und Abstellmöglichkeiten in Küchennähe geschaffen werden.

 

In Abstimmung mit dem zuständigen Fachbereich Bildung und Soziales, der Schulleitung, der OGS-Leitung und dem Fachbereich Gebäudewirtschaft ergibt sich nachfolgender Bedarf:

 

  • ein zusätzlicher Klassenraum (mit ca. 60-65m²),
  • 2 zusätzliche (multifunktionale) Gruppenräume (ca. 30-35m²),
  • ein größeres Lehrerzimmer (für max. ca. 24 Personen nutzbar auch ge­mein­sam mit der OGS) inklusive Schließfächern und Ablagen.

 

Mögliche Lösungen für die beengte Platzsituation können nicht im vorhandenen Baukörper umgesetzt werden. Ein Anbau an der Grundschule in Arsbeck ist daher unumgänglich.

 

Konzeptstudie:

 

Bei der hier vorgestellten Planung handelt es sich nur um eine Konzeptstudie, die eine Umsetzung der Bedarfsplanung auf Durchführbarkeit (sog. Machbarkeitsstudie) und deren voraussichtlichen Kostenrahmen prüft und damit eine Möglichkeit der Umsetzung aufzeigt. Die letztendliche und abschließende Planung wird noch durch ein zu beauftragendes Architekturbüro erarbeitet, abgestimmt und umgesetzt werden müssen.


Für die Konzeptstudien wurden Grundrisspläne erarbeitet, die die Entwurfsideen in ihrer Gesamtheit zeigen.

 

Der Textteil der Konzeptstudie bezieht sich auf diese Pläne und erläutert diese in den dargestellten Detailausschnitten je Raumgruppe und -einheit.

 

Für einen möglichen Erweiterungsbau wurden drei Standorte eruiert (Abb. 1):

nach Osten

Anbau an den Bestandsflügel des Altbaus als „Verlängerung“ von Flur und Klassen
● ausreichende Flächen können so geschaffen werden, die auszuführende Größe des Anbaus ist dabei  variabel
●Problem der Barrierefreiheit: im Kellergeschoss nicht gewährleistet, wenn der Treppenabsatz im Bestand bleibt (wird geprüft);  ggf. wird ein neuer  Aufzug erforderlich oder ein neuer Zugang über die Lagerräume der OGS unterhalb des Forums wird geschaffen
●die bestehende Treppe am Ende des
  Flure muss dazu rückgebaut und an
  neuer Stelle wieder errichtet werden
●Energieversorgung evtl. dezentral
  lösen d.h. eine eigene, kleine Heizung

 

nach Westen

über Pausenhalle und Außen-WC:

● Erweiterung nur über dem Bereich der Außen-WC-Anlage als Aufstockung möglich; ist dann aber nur für eine Erweiterung der OGS-Küche nutzbar.

● Der Bereich WC-Anlage plus Pausenhalle beträgt ca. 100m², dies ist eine zu geringe Fläche für den Gesamtbedarf. Die Zugangsmöglichkeit in Kellergeschoss und Erdgeschoss wäre zudem ungünstig und beansprucht zu viel Verkehrsfläche (Flure).

● Vor allem wird kein Massivbau vermutet, sondern eine Stahlkonstruktion. Dies wäre ein statisches Problem. Diese Konstruktion müsste -einschließlich der darunterliegenden WC-Anlagen und dem Dach- sehr wahrscheinlich vollständig erneuert werden und wäre damit unrentabel.

 

nach Norden

  Erweiterung der bisherigen Gruppenräume, ggf. mit Überbauung der Schulhofzufahrt
● Kürzere Weglängen als Lösung 1 in einer 2-geschossigen Ausführung.
● Gruppenräume der Klassen gehen verloren, die Flächen wären knapp, aber gerade noch ausreichend.
● Vor allem die Durchfahrt zum Schulhof z.B. für Feuerwehr und Anlieferungen wäre schwierig. Der Anschluss an das Bestandsgebäude wäre schwierig, da zwei unterschiedliche Alt-Komplexe verbunden wären. Es gab bereits eine Setzungs- und Rissproblematik an dieser Stelle in der Vergangenheit, die zum damaligen Neubau des Südflügels führte.
● Die vorhandene Außentreppenanlage müsste umgeplant werden. Ein neuer Standort für die Müllcontainer ist erforderlich.

 

Für einen Erweiterungsbau wird der Standort von allen Planungsbeteiligten präferiert und eindeutig zur weiteren Planung empfohlen, unabhängig von der - noch festzulegenden - Baukörperlänge. Vorteil wäre bei dieser Variante zudem, dass, je nach Länge, kostengünstig ggf. auch noch spätere Ausbaureserven vorbereitet oder geschaffen werden könnten.

 

Die Entwurfskonzeption im Einzelnen:

1. OGS-Küche
Küche und Spülküche sind ausreichend dimensioniert und sollen am Standort verbleiben (Abb. 2).
Die Küchenmöblierung soll optimiert werden, z.B. durch einen größeren Konvektomaten und größere Kühlschränke, diese werden besser auch im Bereich der Aufwärmküche platziert (derzeit in der Spülküche).

 

2. Behindertengerechte WC-Anlagen
Derzeit ist nur ein behindertengerechtes WC im Kellergeschoss vorhanden, im Erdgeschoss und insbesondere in den beiden Turnhallen gibt es keine. Daher soll eine zweite barrierefreie WC-Anlage im Bereich der Turnhalle (jetzt WC Herren) geschaffen werden (Abb. 3). Diese wäre auch vom Erdgeschoss der Schule aus erreichbar.
Zudem soll das behindertengerechte WC im Außenbereich/Pausenhof wieder reaktiviert werden, die jetzige Lagerfläche der OGS wird im Erdgeschoss neben dem neuen Lehrerzimmer geschaffen.

 

3. Optimiertes Lehrerzimmer
Das Lehrerzimmer ist derzeit zu klein dimensioniert und soll dem Bedarf angepasst werden. Zudem sollen es die OGS-Mitarbeiter/Innen mitnutzen. Schließ- und Regalfächer für jede Lehrperson/ Mitarbeitende werden geschaffen (Abb. 4). Das neue Lehrerzimmer mit rund 52 m² wird angrenzend für max. ca.  24 Personen geschaffen, d.h. für das Lehrpersonal und im Bedarfsfall (ca. 1-2x jährlich) auch mit dem OGS-Personal gemeinsam. Der bisherige Klassenraum (Klasse 1) kommt im neuen Erweiterungsbau unter.
Das alte Lehrerzimmer wird zu flexiblen Arbeitsplätzen mit Besprechungsmöglichkeit umgenutzt. Hier entsteht mit zusätzlicher Schrankfläche auch ein OGS-Arbeitsplatz.


Der Raum könnte bei Bedarf auch mit einer Glastrennwand nachgerüstet werden, so dass neben einer erhöhten Privatsphäre bei Besprechungen auch ein besserer Schallschutz zu Verbindungsflur und Teeküche erreicht werden kann.
Die bisherigen Verwaltungsräume werden seitens der Planer und der Schulleitung weiterhin als ausreichend erachtet.

 

4. Neues Lager für Forum und OGS

 Um Möblierungen - hier besonders eine Bestuhlung -, Spielgeräte, die mobile Küche oder eine Rampe unterbringen zu können, soll ein Abstell- und Lagerraum in der Nähe zum Forum geschaffen werden (Abb. 4; neben Lehrerzimmer).
Weiterhin soll dieser auch als Lagerraum für die OGS-Küche dienen; die Gefriertruhe, die derzeit im behindertengerechten WC der Außenanlagen platziert ist, soll dort einen neuen Standort finden.

 

5. Barrierefreies Forum


Das Forum ist für die gesteigerte Essenausgabe ausreichend dimensio­niert. Es soll bei der bisherigen Essensausgabe über eine mobile Aus­gabe­theke und nur in Schalen statt auf Tellern bleiben. Planung für die OGS-Küche siehe Punkt 1, neuer Lagerraum für Forum und OGS siehe Punkt 4.
Um die Barrierefreiheit zu erreichen, wird ein Plattformaufzug vorgesehen (Abb. 5). Alternative Entwurfsideen waren Ausführung eines Doppelbodens (Entfall der Stufen) oder eine Rampe (benötigt jedoch die gesamte Länge des Forums, d.h. rund 10 m Länge). Weiter­­hin sind Akustikmaßnahmen zur Schalldämpfung für das Forum vorgesehen.

 

 

6. Maßnahmen im Kellergeschoss


Im Kellergeschoss befindet sich eine Stufenanlage. Im Rahmen der Ausführung eines Erweiterungsbaus soll der Rückbau geprüft werden, um eine Barrierefreiheit auch für diesen Schulflur zu erreichen (der verbleibende Höhenunterschied kann durch eine Rampe überwunden werden). Andernfalls könnte, so die Beteiligten, auf die Barrierefreiheit für diese 2 - 4 Räume im Untergeschoss auch verzichtet werden, da der eventuelle Bedarf dann organisatorisch gelöst werden müsste. 

 

7.  Erweiterungsbau

 Dem Erweiterungsbau kommt nicht nur wegen der Größe, sondern auch kostentechnisch für das Konzept der Grundschule Arsbeck eine besondere Bedeutung zu. Daher sind drei Möglichkeiten der Erweiterung geprüft worden. Die Verwaltung schlägt den Entwurfsvorschlag „Mittlerer Anbau“ zur weiteren Verfolgung vor.

 Die Entwurfsidee des Anbaus (Abb. 10) sieht eine Lösung vor, die den beiden bestehenden Klassenräumen einen Gruppen- und Nebenraum zuweist und dann einer anschließenden, neuen Klasse, dieser ebenfalls mit Gruppen- und Nebenraum, Platz gibt.

 Diese Lösung würde in beiden Etagen ausgeführt werden, im KG wären dies dann die seitens der OGS erforderlichen Räume.

 Eine spätere maximale Erweiterung böte dann noch Platz für einen weiteren Raum mittlerer Größe von ca. 30 m².


Diese Lösung wird zur weiteren Planung empfohlen, da sie neben der Schaffung des geforderten Raumbedarfs auch die vorhandenen Klassenräume optimiert, so dass dann sieben der acht Klassenräume über einen eigenen Neben- und Gruppenraum verfügen würden. Gelänge dann noch der Rückbau der Stufenanlage gem. Punkt 6, hätte jede Klasse diesen Nebenraum sogar barrierefrei.

Überlegenswert wäre es jedoch, den Klassenraum 1 und den multi­funktionalen OGS-Raum im Kellergeschoss bis auf die max. rund 90m² zu vergrößern, d.h. die max. Erweiterungsfläche auszuschöpfen, um so eine möglichst große Fläche für multifunktionale Nutzungen zu schaffen. Weiterhin sollte bei der Materialauswahl für den Erweiterungsbau geprüft werden, ob der Erweiterungsbau, der sich in Gestalt und Kubatur dem Altbau anpassen soll, durch nachhaltige Baustoffe, z.B. als Holzbau, ausgeführt werden kann. Dieser soll sich trotz alternativer Baustoffwahl harmonisch in die Gesamtgestaltung des Bauvolumens integrieren.

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Finanz. Auswirkung

Kosten und Finanzierung:

Durch den Beschluss entstehen keine unmittelbaren Kosten.

 

Alternativen:

Alternativen werden von der Verwaltung nicht vorgeschlagen.

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Bildung, Integration, Soziales, Kultur, Demographie und Sport nimmt die vorgestellten Planungen zur Kenntnis.

 

Der Ausschuss für Wohnen, Bauen, Vergabe und Liegenschaften nimmt die vorgestellten Planungen zur Kenntnis.

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Anlagen

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