Entscheidungsvorlage - VO/0808/08

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Die FDP-Fraktion hat mit Schreiben vom 04.09.2007 folgenden Antrag gemäß § 20 der Geschäftsordnung des Rates und seiner Ausschüsse gestellt:

„Wegbergs kulturelle Chancen erkennen und nutzen

Die Stadt Wegberg vermarktet sich selber als "Stadt im Grünen", die nicht nur für einheimische Bürger einen hohen Erholungswert bietet. Dabei lässt die Stadt Wegberg jedoch touristisches Potential bisher ungenutzt.

Alleinstellungsmerkmale, die den touristischen Reiz der Stadt ausmachen werden nur begrenzt genutzt. Darüber hinaus scheint die Unterstützung durch den HTS nur in begrenztem Umfang Erfolg zu zeigen. Hier wünschen wir uns einerseits eine verstärkte Eigenvermarktung der Marke "Stadt Wegberg" und andererseits ein höheres finanzielles Engagement der Stadt, um Veranstaltungen z.B. im Rahmen des Kultursommers nicht nur auf "Sponsorenfüße" stellen zu müssen.

Insbesondere halten wir die kulturelle Vermarktung des Grenzlandringes, der als ein deutliches Alleinstellungsmerkmal das Stadtbild prägt, für unzureichend. Auch wenn der Ring nicht mehr in seiner ursprünglichen Form erhalten ist, findet sich an keiner Stelle der Stecke ein entsprechender Hinweis oder gar eine AnlaufsteIle, die Informationen bietet.

Darüber hinaus ist die Ausschilderung der kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt weiterhin insgesamt unbefriedigend (siehe unseren Antrag welcomeOffensive vom 03.12.2006) und für auswärtige Besucher unzureichend. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf.

Die FDP-Fraktion stellt hiermit folgenden Antrag:

Der Rat der Stadt Wegberg möge beschließen, dass im Haushalt für das Jahr 2008 ein Kulturetat in Höhe von EUR 10.000,- eingestellt wird, um kulturelle Aktivitäten im Stadtgebiet weiter zu unterstützen. Dabei sollen insbesondere Veranstaltungen mit lokalen Kulturschaffenden unterstützt werden.

Zusätzlich wird die Beschilderung und Beschriftung der kulturellen Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet CZ. B. Grenzlandring, Mühlen, Motten, Museen etc.) neu überdacht und nach einheitlichen Kriterien umgesetzt.

Zusätzlich soll die Verwaltung Möglichkeiten aufzeigen, wie eine AnlaufsteIle für auswärtige Gäste geschaffen werden kann, um auch außerhalb der Öffnungszeiten des Rathauses Informationen über Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet zu erhalten. Möglicherweise bietet sich hier eine Partnerschaft mit einem Hotel- oder Gaststättenbetrieb in der Innenstadt an, welcher touristische Informationen bereithält.

Die Verwaltung wird beauftragt, entsprechende Verhandlungen zu führen.“

 

 

Den Schwerpunkt Tourismus auszubauen und zu vermarkten ist seit Jahren erklärtes Ziel von Rat und Verwaltung. Aus diesem Grunde wurden im Stadtmarketingprozess Projektgruppen gebildet, die sich mit der Entwicklung von Wander-, Rad- oder  Nordic-Walking-Routen beschäftigt und auch ein Tourismuskonzept in enger Zusammenarbeit mit dem Heinsberger Tourist-Service (HTS) erarbeitet haben.

 

1. Tourismuskonzept der Stadt Wegberg

Das Tourismuskonzept ist dem Ausschuss am 24.08.2006 vorgestellt worden und ist als Anlage beigefügt. Es stellt die Grundlage für weitere Entscheidungen mit dem Ziel der besseren Vermarktung des Tourismuszieles Wegberg dar. Aus diesem Konzept sind in den vergangenen Monaten bereits einige Ziele umgesetzt worden:

-          Errichtung von Fahrradabstellanlagen in der Innenstadt

-          Erarbeitung von Themenrouten mit den Zielen Mühlen und Wassertürmen

-          Herausgabe von zwei Radrouten „West und Ost“

-          Regelmäßige Teilnahme an der Camping- und Freizeitmesse in Essen

-          Vermarktung des Wohnmobilplatzes (der erste Platz im Kreis Heinsberg) durch Inserate in verschiedenen Fachzeitschriften

-          Teilnahme am 1. Niederrheinischen Wohnmobiltag vor weinigen Wochen

-          Zusammenarbeit mit dem HTS bei der Suche nach Unterkunftsmöglichkeiten und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung

-          Gästeführerprogramm des HTS über den Verein „Westblicke e.V“, der Stadt- und Ortsrundgänge, Fußgänger- und Fahrrad-Rallyes, Denkmal-Besichtigungen, Naturführungen, Betriebsausflüge (individuell), Fahrrad-Touren und Betriebsbesichtigungen anbietet

-          Stadt- und Orgelführungen über den Kulturring Wegberg e.V.

-          Führungen von Bustouristen in der Innenstadt, den Museen bzw. dem Grenzlandring auf Anfrage mit Unterstützung des Kulturringes Wegberg e.V. und von Vereinen

-          Erstellung eines Stadtplanes mit Schlemmerrouten, der in ca. 14 Tagen erscheinen wird.

Bereits im Jahre 2005 - der nächste Nordic-Walking-Park war in der Eifel - hat die Verwaltung die Initiative ergriffen und die Verwirklichung eines Parks in Wegberg zusammen mit dem Inhaber der Firma Physioplan innerhalb von wenigen Monaten umgesetzt. Die derzeit vorhandenen 7 Routen sollen um Routen in der Grenzregion zu den Niederlanden ergänzt werden. Hierzu wird sich in den kommenden Wochen eine Projektgruppe bilden.

Die weiteren Ziele des Tourismuskonzeptes (s. Anlage) werden sukzessive in die Beratung gegeben und umgesetzt.

 

2. Beschilderung von touristischen Zielen

In 2005 ist über den Kreis Heinsberg unter Bezuschussung des Landes eine kreisweite einheitliche Beschilderung von touristischen Zielen in Zusammenarbeit mit der Stadt Wegberg und den Nachbarstädten umgesetzt worden. Dabei sind touristisch bedeutsame Ziele  mit erheblichem Zielverkehr und von allgemeinem besonderem Interesse als Orientierung für Ortsunkundige entsprechend  beschildert worden. Vorgabe der Bezirksregierung war eine „sparsame“ nicht ausufernde  Beschilderung. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Ziele konnten nicht alle ausgewiesen werden, da der Straßenbaulastträger weitergehende Beschilderungen nicht genehmigt hat.

Nach der Praxisveranstaltung hat sich eine Projektgruppe des Stadtmarketing zur Aufgabe gemacht, eine zusätzliche weitere Beschilderung von touristischen Zielen in der Innenstadt bzw. den Orten mittels eigener Schilder umzusetzen. Sobald ein Konzept vorliegt, wird der Ausschuss unterrichtet.

 

3. Vermarktung des Grenzlandringes

Die Verwaltung hat in den vergangenen Jahren durch mehrere Veranstaltungen den Begriff „Grenzlandring“ mit sportlichen  Aktivitäten und Großveranstaltungen verbunden. Beispielhaft seien ein Oldtimerrennen, das Grenzlandring-Event mit rd. zwanzigtausend Besuchern sowie seit dem vergangenen Jahr das Angebot eines jährlichen internationalen Radrennens genannt. Ziel der Veranstaltungen ist es, überregional den Grenzlandring  als einzigartiges touristisches Ziel bekannter zu machen. Auch zukünftig sollen Veranstaltungen in diesem Bereich stattfinden. Gleichzeitig ist im Rahmen der o.g. Beschilderung weiterer touristischer Ziele auch eine entsprechende Hinweistafel vorgesehen.

 

4. Touristische Information

Im Rahmen des Tourismuskonzeptes und seitens der Verwaltung wird die Notwendigkeit einer touristischen Anlaufstelle – auch an Wochenenden – für notwendig erachtet. Derzeit werden Informationen durch den Bürgerservice und den Fachbereich Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung an die Gäste aber auch an Bürgerinnen und Bürger der Stadt ausgegeben. Dies ist aber nur während der Öffnungszeiten des Rathauses möglich.

Die künftigen Mieter eines Geschäftes in der Hauptstraße, die dort ein Café mit Verkauf von verschiedenen Produkten anbieten möchten, sind bereit, eine Informationsstelle für Gäste der Stadt anzubieten. Sollte der Mietvertrag mit dem Eigentümer in den kommenden Tagen unterschrieben werden, kann die Anlaufstelle für Touristen kurzfristig in den kommenden Wochen umgesetzt werden, was eine Öffnung auch an Wochenenden gewährleisten würde.

 

5. Kulturelle Veranstaltungen in der Stadt

Neben den vier Theaterveranstaltungen der Stadt, für die Haushaltsmittel bereitgestellt sind, bietet die Stadt Wegberg den Bürgerinnen und Bürgern zahlreiche weitere kulturelle Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Vereinen und Gruppierungen, Gastronomen und Institutionen an. Diese werden durch Sponsorengelder finanziert. Hierzu gehören:

-          Musikfrühling mit ca. 6 Veranstaltungen von meist stadtansässigen Vereinen und der Volkshochschule des Kreises Heinsberg; Ergänzung um Veranstaltungen von Gruppen, der von der Verwaltung engagiert werden und die die Kosten des Programms übernehmen.

-          Kultursommer mit 6 Veranstaltungen auf dem Rathausplatz bzw. Forum. Diese Veranstaltungen werden mit Sponsorengeldern in Höhe von 12.000 bis 18.000,- € finanziert. Hierzu zählen Gelder der beteiligten Gastronomen, der ortsansässigen Banken, der West-Energie und Verkehr GmbH sowie Spenden größerer, mittlerer und kleinerer Gewerbetriebe.

-          Aktionswoche „Für uns ab 50“ u.a. mit kulturellen Veranstaltungen (Oldie-Parties, Modenschau mit Musikbegleitung etc.)

-          Winterkonzert der Gruppe FUN

Die Verwaltung ist der Auffassung, dass die Finanzierung der o.g. Veranstaltungen mit größeren Sponsoren auch in Zukunft möglich sein wird, die Ansprache kleinerer Sponsoren sich schwieriger darstellt, so dass die Bereitstellung eines jährlich festen Betrages im Haushalt der Stadt auch für weitere Jahre die Durchführung kultureller Veranstaltungen (Gagen, Technik-, Gemakosten) mit einem möglichst geringen Verwaltungsaufwand gewährleisten würde. Die Verwaltung ist der Auffassung, dass dem Antrag der FDP-Fraktion entsprochen werden sollte und ab 2009 ein jährlicher Betrag in Höhe von 10.000,- € im Haushalt der Stadt für kulturelle Aktivitäten veranschlagt werden sollte.

 

6. „Willkommenstafeln“ an den Stadtgrenzen

Die Begrüßung der Gäste der Stadt an den Zufahrtsstraßen ist bereits seit einiger Zeit in Arbeit. Ein Prototyp eines Schildes ist bereits hergestellt worden und soll nach den Sommerferien in Rath-Anhoven aufgestellt werden.  Die Aufstellung weiterer Tafeln ist von der Zustimmung von Grundstückseigentümern an den Zufahrtsstraßen abhängig. Hierzu werden derzeit Gespräche geführt.

 

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Finanz. Auswirkung

Kosten und Finanzierung:

Für die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen in der Stadt soll  ein jährlicher Betrag in Höhe von 10.000,- € bereitgestellt werden.

 

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Für die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen in der Stadt soll ein jährlicher Betrag in Höhe von 10.000,- € ab dem Jahre 2009 bereitgestellt werden. Weitere Kosten können durch Spenden größerer Sponsoren gedeckt werden.

 

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Anlagen

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