Mitteilungsvorlage - VO/0187/24
Grunddaten
- Betreff:
-
Anlage Obstwiese Beecker Bogen
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilungsvorlage
- Federführend:
- Erste Beigeordnete / Dezernat III
Beratungsfolge
| Status | Datum | Ausschuss | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Verkehr und Tourismus (KUVT)
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12.11.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Begründung:
Das Bundesumweltministerium fördert im Rahmen des KoMoNa-Projekts (Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen) in Wegberg die Stelle des Nachhaltigkeitsmanagers, die Erstellung einer Nachhaltigkeitsstrategie sowie ein Umsetzungsprojekt zur ökologischen Aufwertung. Dazu wurde die Anlage einer Obstwiese „Beecker Bogen“ auf einer städtischen Fläche zwischen Prämienstraße, Grenzlandring und Am Alten Schlagbaum ausgewählt.
Hintergrund der Maßnahme ist der dramatische Artenrückgang, der langfristig die Lebensgrundlage des Menschen beeinträchtigen wird. Um diesen abzuschwächen sollen Ersatzlebensräume geschaffen werden. Eine Obstwiese ist dabei eine der effektivsten Möglichkeiten, neuen Lebensraum zu schaffen. Durch die Verzahnung zweier Lebensräume mit unterschiedlichen Strukturen (Obstbäume und Wiese) ist die Artenvielfalt hier besonders hoch. Die lokalen Obstsorten und die regionaltypische Wiesengesellschaft bieten heimischen Tierarten deutlich mehr Nahrung als strukturarme Lebensräume mit nicht einheimischen Pflanzenarten. Durch das Unterlassen von Düngung und Pestizideinsatz und dem Abtransport des Mahdguts wird zudem der Boden und das Grundwasser geschont.
Erläuterung:
Nach Entfernung des Gehölzbestands vor ca. fünf Jahren, wurde lediglich ein Pflegeschnitt durchgeführt. Dadurch hat sich eine Wiesengesellschaft entwickelt, die bereits typische Arten einer sogenannten Fettwiese enthält. Dadurch war ein Umpflügen der Fläche mit anschließender Neueinsaat nicht nötig. Stattdessen wurde nach einem Pflegeschnitt im Oktober an den offenen Bodenstellen nachgesät. Die Regio-Saatgutmischung ist von der unteren Naturschutzbehörde Heinsberg mitentwickelt und speziell für den Kreis Heinsberg zusammengestellt. In Zukunft soll die Wiese zweimal im Jahr gemäht werden. Die Mahdtermine sind zwischen Mitte Mai und Anfang Juni für den ersten Schnitt und September bis Oktober für den zweiten Schnitt. Der genaue Schnitttermin ist von der genauen Artenzusammensetzung und der Witterung abhängig. Da ein Nährstoffüberangebot Störzeiger begünstigt und es über die Luft zu einer ständigen Nährstoffzufuhr kommt, muss das Mahdgut abtransportiert werden. Zur Förderung der Biodiversität ist es wichtig, den Schnitt auf zwei Termine zu verteilen und eine sogenannte Mosaikmahd durchzuführen. Dabei wird nur jeweils eine Teilfläche gemäht, damit vor allem Insekten einen Rückzugsraum haben und von dort die gemähten Bereiche schnell wiederbesiedeln. Beim konventionellen Mulchen beträgt der Verlust z.B. bei Heuschrecken 90% pro Mahd. Der Einsatz eines Balkenmähers in Kombination mit der Mosaikmahd hält den Verlust bei Insekten möglichst gering. Um die langfristige Pflege der Wiese zu gewährleisten, ist ein Anschlussvorhaben beim Bundesumweltministerium beantragt. Im Laufe dieses Vorhabens soll auch ein ökologisch angepasstes Pflegemanagement etabliert werden.
Die Obstbäume werden am 21. November in einer gemeinsamen Pflanzaktion mit der GGS „Am Beeckbach“ gepflanzt. Um eine möglichst hohe Struktur- und damit Artenvielfalt zu erreichen, wurden vier Obstsorten (Apfel, Süßkirsche, Pflaume und Quitte) in unterschiedlicher Größe ausgewählt. Insgesamt sind sieben Bäume für die Fläche vorgesehen. Ein Großteil der Bäume ist bereits Früchte tragend. Analog zur Pflege der Wiese soll der nötige Obstbaumschnitt über das beantragte Projekt erfolgen. Ob eine zeitweise Wässerung der Bäume in zukünftigen Trockenperioden nötig ist, muss beobachtet werden. Dies kann in Zusammenarbeit mit der Grundschule „Am Beeckbach“ erfolgen, indem Klassen eine Baumpatenschaft übernehmen und das Thema Ökosystem Obstwiese mit dem Nachhaltigkeitsmanager in den Unterricht oder den OGS-Aktivitäten integriert wird. Ein Monitoring über die Entwicklung der vorkommenden Arten könnte z.B. umgesetzt werden.
Ebenfalls in Zusammenarbeit mit den Schulen oder Bürger-/innen ist eine zusätzliche Unterstützung der Artenvielfalt möglich. Das Anbringen eines Insektenhotels speziell für Wildbienen, Schweb-, Florfliegen u.a. ist eine Möglichkeit. Andere mit Obstwiesen verbundene Arten sind z.B. Steinkauz, Pirol oder Siebenschläfer. Auch diese Arten kann man durch das Anbringen von Nistkasten, Brutröhre oder Überwinterungsquartier fördern. Neben den direkten Aktionen (Pflanztag, Anbringen von Nistkästen) mit den Kindern, sollte das ökologische Verständnis gefestigt werden durch Unterrichtseinheiten zum Lebensraum Obstwiese. Dazu gibt es innerhalb der Initiative „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ bereits ausgearbeitetes Unterrichtsmaterial. Der Nachhaltigkeitsmanager der Stadt Wegberg ist gerne bereit, diese Unterrichtseinheiten zu übernehmen.
Schließlich hat sich die Stadt Wegberg in diesem Jahr entschieden, an dem Projekt „Gelbes Band“ teilzunehmen. Da die Obstbäume frei zugänglich sein werden, eignet sich die Fläche für das „Gelbe Band“. Bei dem am Pflanztag stattfindenden Pressetermin soll auch auf dieses Projekt hingewiesen werden mit dem Ziel, weitere Obstwiesen zu finden, die an dem Projekt teilnehmen. Perspektivisch sollen an weiteren Standorten von Schulen und Kindergärten im Außenbereich ökologische Aufwertungen stattfinden, bei denen ein Schwerpunkt auf heimischen Nutzpflanzen wie Obst-, Beerensorten oder Kräutern liegt. In diesem Zusammenhang ist auch eine Bürgerinitiative in der Stadt Wassenberg „Köstliches Wassenberg“ interessant, die eine essbare Stadt nach Vorbild von Andernach anstrebt. Dabei gibt es die Möglichkeit, eine Kooperation über die Gemeindegrenze einzugehen und z.B. Synergien bei der Umsetzung zu nutzen.
Finanz. Auswirkung
Kosten und Finanzierung:
Im Finanzplan sind für diese Maßnahme insgesamt 14.600 € eingeplant, von denen 80% gefördert werden. Da eine Neueinsaat der Wiese nicht nötig ist (s.u.), werden nicht alle Mittel benötigt und können für eine inhaltlich ähnliche Maßnahme verwendet werden. Für diese Maßnahme wurde die naturnahe Umgestaltung des Außenbereichs in der städtischen Kita Sonnenschein in Wegberg-Büch ausgewählt.
Alternativen:
keine
