Entscheidungsvorlage - VO/0008/25
Grunddaten
- Betreff:
-
Mobilitätsplan / SPNV-Nahverkehrsplan 2025 des Zweckverbandes go.Rheinland - Stellungnahme der Stadtverwaltung Wegberg
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Entscheidungsvorlage
- Federführend:
- Umwelt, Verkehr, Abwasser
- Finale Freigabe:
- Lenzen, Michael
Beratungsfolge
| Status | Datum | Ausschuss | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Wegberg
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Entscheidung
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11.02.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Mit dem Mobilitätsplan / Schienenpersonennahverkehrsplan (SPNV) 2025 schreibt der Zweckverband go.Rheinland seinen Nahverkehrsplan von 2016 fort und stellt seine Aufgaben und Unterstützungsangebote erstmals als regionaler Mobilitätsverbund in einem Gesamtplan dar. Die Aufstellung eines Nahverkehrsplans ist eine Pflichtaufgabe von go.Rheinland gemäß §8 ÖPNV-Gesetz Nordrhein-Westfalen.
Für die Stadt Wegberg besteht bis zum 17.02.2025 die Möglichkeit eine Stellungnahme einzubringen.
1 | Aussagen des Mobilitätsplans go.Rheinland betreffend Wegberg
Weiterentwicklung des SPNV-Angebotes:
Hier kann nur Kenntnis genommen werden, eine Beteiligung entfällt, da der überarbeitete Entwurf von der Verbandsversammlung des Zweckverbandes go.Rheinland bereits als Teilfortschreibung beschlossen ist.
Planungen Zielnetz 2032:
Unter Punkt B4.2.1 wird folgendes beschrieben:
Die Linie RB 34 verkehrt weiterhin zwischen Mönchengladbach Hbf und Dalheim, wobei der heutige Zwei-Stunden-Takt an Wochenenden auf einen Stundentakt verdichtet wird. Nach erfolgreicher Reaktivierung des Streckenabschnittes Wassenberg – Erkelenz wird die heutige Linie RB 35 (Gelsenkirchen Hbf – Mönchengladbach Hbf) über Mönchengladbach Hbf hinaus nach Wassenberg verlängert.
Planungen Zielnetz 2040:
Unter Punkt B4.3.1 wird folgendes beschrieben:
Als ambitioniertes Ziel beinhaltet das Zielnetz 2040 die Vision, die heute in Dalheim endende Strecke aus Mönchengladbach wieder über die Bundesgrenze hinaus nach Roermond zu reaktivieren. Diese Reaktivierung ermöglicht eine Verlängerung der heute in Mönchengladbach endenden Linie S 8 über Rheydt und Wegberg nach Roermond. Die S 8 soll auf diesem Streckenabschnitt im 30-Minuten-Takt verkehren und die heutige Linie RB 34 ersetzen. Damit werden attraktive Verbindungen im SPNV zwischen Roermond, Mönchengladbach, Neuss und Düsseldorf möglich.
Weiterentwicklung der SPNV-Infrastruktur:
Hierzu kann eine Stellungnahme erfolgen.
Planungen Zielnetz 2032:
Keine Erwähnung
Planungen Zielnetz 2040:
Unter Punkt B5.3.1 wird die Verlängerung der Schwalm-Nette-Bahn von Dalheim bis Roermond beschrieben:
Eine mögliche Reaktivierung des Streckenabschnitts Dalheim – Roermond ist als Verlängerung der S 8 Mönchengladbach – Roermond im Zielnetz 2040 NRW vorgesehen. Sollte es zu einer Reaktivierung dieser Strecke kommen, wird der Zweckverband go.Rheinland in Abstimmung mit den entsprechenden Akteuren in den Niederlanden die Wiederaufnahme des SPNV auf dem Streckenabschnitt Dalheim –Roermond anstreben.
2 | Vorangehende übergeordnete Stellungnahmen
Regionalplanung, erste Offenlage, Schreiben vom 25.01.2022
Die Förderung des schienengebundenen Personennahverkehrs der RB34 Richtung Mönchengladbach wird ausdrücklich erwünscht. Dazu gehört eine deutlich erhöhte Taktzeit, Aufwertung der Haltepunkte und eine bessere Ausstattung beim Thema Park/Bike+Ride.
Eine Reaktivierung dieser Strecke als sog. „Eiserner Rhein“ für eine Güterverkehrsverbindung zwischen dem Hafen Antwerpen und dem Ruhrgebiet wird, aufgrund der zu befürchtenden erheblichen Beeinträchtigungen durch Lärm- und Erschütterungsbelastungen, von Seiten der Stadt Wegberg als Ausbau der vorhandenen durch das Stadtgebiet führenden Bahntrasse, weiterhin kategorisch abgelehnt.
Andererseits wird zur allgemeinen Verbesserung des schienengebundenen Personennahverkehrs eine Wiederinbetriebnahme der Bahntrasse Richtung Niederlande/Roermond ausdrücklich unterstützt.
Regionalplanung, zweite Offenlage, Schreiben vom 15.11.2024
Im zweiten Planentwurf werden Schienenwege der ehemaligen Bahntrassen „Wegberg-Dalheim - Niederkrüchten" und „Wegberg-Dalheim - Wassenberg" neu dargestellt. Die Stadt Wegberg lehnt diese Darstellung … kategorisch ab. Der neu dargestellte Schienenweg Richtung Niederkrüchten-Elmpt schließt gemäß Darstellung im aktuellen Regionalplan der Bezirksregierung Düsseldorf ausschließlich die GIB-Fläche des ehemaligen Militärflughafens an. Eine Reaktivierung des dargestellten Schienenweges könnte somit lediglich als Güterverkehrsverbindung fungieren. Die Darstellung · des Schienenweges „Wegberg-Dalheim - Wassenberg" wird ebenfalls abgelehnt, da diese zukünftig nicht für eine Verbindung von Mittel- und Oberzentren fungieren kann.
3 | Sichtweisen der Stadtverwaltung Wegberg
Die Stärkung der Bahnlinie RB34 Richtung Mönchengladbach soll weiterhin unverändert ausgesprochen werden, ist hier allerdings kein benötigter Bestandteil der Stellungnahme.
Weiterhin wird es begrüßt den Personennahverkehr auch grenzübergreifend Richtung Niederlande, hier im speziellen Roermond, auszubauen.
Der Nationalpark „De Meinweg“ als Schutzgebiet, durch das die ehemalige Bahntrasse Richtung Roermond führt, zählt zu einem übergeordneten europaweiten Schutzgebietsnetz, der Natura 2000 und ist damit Teil des größten koordinierten Schutzgebietsnetzes weltweit. Eine Reaktivierung der alten Bahntrasse würde das Schutzgebiet erheblich negativ beeinträchtigen.
Es stellt sich die Frage, ob der öffentliche Personennahverkehr grenzübergreifend naturverträglicher mit (Elektro-)Schnellbuslinien gestaltet werden könnte. Konkret gibt es schon Ideen / Planungen einer Schnellbuslinie X72, die zwischen Roermond und Viersen über Schwalmtal verkehren soll. Hier wäre eine geeignete Maßnahme eine Schnellverbindung zwischen Wegberg und Schwalmtal anzuregen, sodass die X72 genutzt werden könnte.
Da so eine alternative Verbindung zwischen den Mittelzentren geschaffen werden könnte, sei es sorgsam abzuwägen, ob eine Reaktivierung der Bahntrasse geschehen muss.
4 | Stellungnahmen Roermond und Roerdalen
Beide Gemeinden lehnen die Reaktivierung der Bahntrasse Roermond – Dahlheim ab und haben bereits negative Stellungnahmen zum Mobilitätsplan eingepflegt. Roermond betreffend liegt die Stellungnahme der Stadtverwaltung vor. Im Rahmen persönlicher Zusammentreffen wurde Interesse an dem Ausbau der Busschnellverbindung zwischen Roermond und Wegberg signalisiert.
5 | Hinweise zum Infrastrukturausbau nach 2040
Die Strecken „Wegberg – Elmpt“ und „Wegberg – Wassenberg“ finden in der Fortschreibung noch keinerlei Beachtung. In der Regionalplanung war die Trassensicherung beider Strecken zur Reaktivierung bereits thematisiert. Auch hier laufen beide Strecken wieder durch Naturschutzgebiete. Strecke Elmpt durch die Naturschutzgebiete „De Meinweg“ und „Ritzeroder Dünen“; Strecke Wassenberg durch das Naturschutzgebiet „Helpensteiner Bachtal, oberes Schaagbachtal und Petersholz“. Allein neben diesem Aspekt sei noch erwähnt, dass die Strecke „Wegberg – Elmpt“ vordergründig kritischer zu beurteilen ist, da sie rein dem Anschluss des Elmpter Gewerbeparks „Verdion Javelin“ dient und hauptsächlich für den Güterabfluss über Wegberg vorgesehen wäre.
Zu der Strecke „Wegberg – Wassenberg“ sei allgemein erwähnt, dass im jetzigen Mobilitätsplan eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der stillgelegten Strecke Baal-Güterbahnhof bis Wassenberg mit Neutrassierung (B5.3.4) erfolgen soll. Da diese Strecke ehemals bis Dahlheim weiterreichte, erscheint ein erneuter Anschluss nicht ausgeschlossen.
Eigentlich ein positiver Effekt, der leider wieder durch die Trassierung innerhalb des Naturschutzgebietes kritisch erscheint.
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt Wegberg schließt sich den Ausführungen der Verwaltung an und lehnt eine Reaktivierung der ehemaligen Bahntrasse Richtung Roermond, auch für den Personenverkehr ab. Die Strecke verläuft durch das hochwertige Naturschutzgebiet „de Meinweg“ und der Schaden für Flora, Fauna und Habitat wäre nicht absehbar.
Hingegen wird ein grenzübergreifender, naturverträglicher, öffentlicher Personennahverkehr z.B. mit (Elektro-) Schnellbussen, wie in der Stellungnahme beschrieben, ausdrücklich befürwortet und unterstützt.
Die Verwaltung wird beauftragt, die dafür notwendigen Schritte einzuleiten.
