Entscheidungsvorlage - VO/0040/25

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Leitbilder für eine Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategie

Am 19.12.2023 hat der Rat der Stadt Wegberg folgende 5 Klimaschutzziele beschlossen:

  1. Treibhausgas-Reduktion: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 65 %, respektive 100 % bis 2045 gegenüber 1990 sinken
  2. Ausbau Erneuerbarer Energien: Der Anteil Erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch bis 2050 soll auf 100 % erhöht werden.
  3. Anpassung an den Klimawandel: Um die Widerstandsfähigkeit unserer Gemeinschaften und Strukturen zu stärken, werden Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel definiert und umgesetzt
  4. Biodiversität und Naturschutz: Gemäß der „EU-Biodiversitätsstrategie“ verpflichtet sich Wegberg 30 % der Landfläche bis 2030 unter Schutz zu stellen und die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu fördern.
  5. Energieeffizienz: In Anlehnung an die „Energieeffizienzstrategie 2050“ soll der Primärenergieverbrauch gegenüber 2008 halbiert werden

 

Um die definierten Ziele der Stadt Wegberg bis 2050 zu erreichen, werden Leitbilder im Sinne einer übergeordneten Handlungsanleitung definiert. Viele Leitbilder zur Verwirklichung der Klimaschutzziele decken sich mit den Leitbildern der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und dessen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals). Dabei sind sogar einige Leitbilder aus den Nachhaltigkeitszielen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie abgeleitet worden.

Die Zielvorgabe „Treibhausgasneutralität bis 2045“ für die Stadt Wegberg soll durch folgende Leitbilder und Handlungsstrategien gestützt und beschleunigt werden:

Nachhaltigkeit:

Die Stadt Wegberg setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung ein, die den zukünftigen Einwohnern der Stadt die gleichen Handlungsmöglichkeiten, Sicherheiten und den gleichen Entwicklungsraum gibt, die heute für ein gutes Leben selbstverständlich sind. Die Stadt Wegberg richtet ihr Handeln auch nach den Zielen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie aus. Hauptsächlich geht es hierbei darum, sowohl ökonomisch, ökologisch als auch sozial nachhaltig zu handeln. Die Stadt Wegberg möchte:

-          durch den Ausbau der vorhandenen Infrastruktur und mehr Investitionen in die Robustheit und Sicherheit der Verkehrswege sowie durch ein besseres Angebot im ÖPNV eine nachhaltige Mobilität der Zukunft sichern

-          den Fuß- und Radverkehr sowie das Carsharing stärker fördern

-          nachhaltiges Bauen und Modernisieren unterstützen

 

 

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz:

Die Stadt Wegberg verfolgt das Ziel den Anteil der erneuerbaren Energien  in den einzelnen Sektoren deutlich zu erhöhen sowie die Energieeffizienz vorhandener Anlagen und Bauwerke maßgeblich zu steigern. Es soll verstärkt in eine nachhaltige Energieinfrastruktur investiert werden und die Verwendung erneuerbarer Energien gefördert werden. Die Stadt Wegberg strebt an:

-          den Ausbau der erneuerbaren Energien im Stadtgebiet zu forcieren und zu beschleunigen. Hierfür sollen die für eine Stromerzeugung geeigneten Dach-, Frei- und Parkplatzflächen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Auch der Ausbau der Windenergie soll priorisiert unterstützt werden

-          im Sektor Mobilität den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur zu unterstützen sowie die kommunale Flotte, wo möglich, auf E-Mobilität umzustellen

-          die Energieeffizienz der kommunalen Infrastruktur in Anlehnung an das Energieeffizienzgesetz weiter zu verbessern und die privaten Haushalte und die Gewerbetreibenden zum Thema Energieeffizienz zu unterstützen

 

Ressourcenschutz:

Die Stadt Wegberg verpflichtet sich zu einem nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Der Verbrauch von Ressourcen, insbesondere von Energie, Wasser, Natur und Landschaft sowie Boden soll so gering wie möglich ausfallen. Unvermeidbarer Ressourcenverbrauch soll ausgeglichen werden und/oder nachhaltig sein. Die Stadt Wegberg unterstützt:

-          das Bauen mit nachhaltigen, CO² -emissionsverminderten und/oder recycelten Rohstoffen.

-          eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft (Teilen, Tauschen, Reparieren, Verwerten)

-          die Entwicklung eines nachhaltigen sanften Tourismus

-          die Entwicklung eines nachhaltiges Bodenmanagements

 

Biologische Vielfalt (Biodiversität) und natürlicher Klimaschutz:

Die Stadt Wegberg unterstützt die Ziele des Naturschutzes und schützt damit die Lebensräume der Tier- und Pflanzenwelt. Es sollen aus Sicht des Klimaschutzes solche Naturräume besonders geschützt werden, die gleichzeitig als Kohlenstoffsenken dienen. Die Stadt Wegberg forciert daher:

-          den Ausbau der Wälder durch das Wegberger Modell hin zu einer Dauerwaldbewirtschaftung

-          die Wiederherstellung des natürlichen Wasser- und Grundwasserhaushalts, sowie die Bildung von Mooren

-          den Schutz der Böden und die Anreicherung der Böden mit organischem Material


Regionalität:

Robuste regionale Wertschöpfungsketten stärken die ländlichen, gewerblichen und industriellen Strukturen und stabilisieren die lokalen Wirtschaftskreisläufe. Gerade für den Klimaschutz ergeben sich Erfolge aus der Regionalisierung der Stoffkreisläufe oder durch kürzere Transportwege. Die Stadt Wegberg unterstützt darum besonders:

-          die lokale Produktion von erneuerbarer Energie, Lebensmitteln, Baustoffen und Technologien für den Klimaschutz

-          die lokale Wertschöpfung durch die Energiewende

 

Wissensaustausch:

Wichtig für einen erfolgreichen Klimaschutz ist ein reger Wissens- und Erfahrungsaustausch. Im Klimaschutzmanagement wird dies z. B. durch die sogenannten Netzwerktreffen der Klimaschutzmanager*innen gelebt. Es soll ein regelmäßiger Austausch zu Möglichkeiten und Maßnahmen für den Klimaschutz verwaltungsintern und -extern stattfinden. Vorhandene Netzwerke mit wichtigen Akteuren z. B. aus der Politik, der Wirtschaft und dem Energiebereich sollen ausgebaut und gefestigt werden. Die Stadt Wegberg beteiligt sich deshalb:

-          an der Vernetzung der energieverbrauchenden und -erzeugenden Unternehmen

-          am Wissensaustausch mit den Nachbarkommunen und -Kreisen.

-          an der Vernetzung und Zusammenarbeit mit Hochschulen, z.B. die RWTH Aachen

 

Bewusstseinsbildung:

Klimaschutz ist für Bürger*innen ein wichtiges Thema der Zukunft, jedoch wissen viele nicht, wie sie den Klimaschutz im Alltag leben können. Darum soll allen Bürger*innen Hilfe für eine klimafreundliche und bewusste Lebensweise gegeben werden. Sie sollen für den Klimaschutz sensibilisiert werden. Die Stadt Wegberg engagiert sich darum:

-          bei der Durchführung von Klimabildungsprojekten und Aufklärungskampagnen

-          bei der Unterstützung privater Klimaschutzmaßnahmen durch Information, Beratung und Förderung

 

Verhaltensanpassung:

Der richtige Umgang mit Energie wird in Zukunft immer wichtiger. Energieverschwendung soll vermieden werden. Energie soll dann verbraucht werden, wenn genug oder zu viel erneuerbare Energie zur Verfügung steht. Daher sollen alle auf die richtigen Verhaltensweisen hingewiesen und ihnen geeignete Informationen zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt nimmt hierbei eine Vorreiterrolle ein und unterstützt daher

-          die Information der Einwohner/-innen über den Zeitpunkt von Energieverbrauch im Verhältnis zur Erzeugung

die Einwohner/-innen durch Aufklärungsarbeit und Klimaschutz-Kampagnen

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Finanz. Auswirkung

 

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Verkehr und Tourismus empfiehlt dem Rat, die Leitbilder im Sinne einer übergeordneten Handlungsanleitung als Grundlage für zukünftiges Handeln zu beschließen. Die Bereiche Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Ressourcenschutz, biologische Vielfalt, natürlicher Klimaschutz, Regionalität, Wissensaustausch, Bewusstseinsbildung und Verhaltensanpassung sollen Grundlage für das zu erstellende Klimaschutz und Klimaanpassungskonzept sein. Weiterhin wird die Verwaltung mit der Erstellung eines konkreten Klimaanpassungskonzeptes beauftragt.

 

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Anlagen

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