Entscheidungsvorlage - VO/0964/08
Grunddaten
- Betreff:
-
Anfrage von Ratsherrn Theo-Markus Groß vom 02.10.2008 betreffend "Google Street View"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Entscheidungsvorlage
- Federführend:
- Büro des Bürgermeisters
Beratungsfolge
| Status | Datum | Ausschuss | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Rat der Stadt Wegberg
|
Entscheidung
|
|
|
|
16.12.2008
|
Sachverhalt
Sachverhalt:
Ratsherr
Theo-Markus Groß hat mit eMail vom
„Wie bekannt ist,
beabsichtigt die Firma Google bundesweit im Zusammenhang mit Google Street View
Kamera-Autos Bilder aller Häuser bzw. der gesamten Bebauung aufnehmen zu
lassen, um sie später im Zusammenhang mit Google Maps ins Internet zu stellen.
Die Foto-Autos machen ca. alle 10 Meter ein Foto, die gewonnen Bilder lassen
sich später nahtlos zusammensetzen und so präsentieren, dass man praktisch per
Internet in der Straßenkarte 'spazierengehen' kann.
Es besteht die Gefahr,
dass personalisierte Informationen (erkennbare Personen, Gesichter,
Autokennzeichen etc) ohne Wissen der betroffenen im Internet zu sehen sein
können. (Google verspricht diese Informationen unkenntlich zu machen, es wird
von Datenschützern bezweifelt, dass dies gelingt.)
Aus Gründen des
Datenschutzes sind nach unserer Auffassung erhebliche Risken mit diesem
Vorhaben verbunden. Auch Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz,
sieht erhebliche Risiken. So könnten sich schlimmstenfalls Einbrecher der Fotos
bedienen und eine Gegend bequem per Internet ausspionieren. Noch viel
realistischer, so Schaar, sei es, dass die Fotos zur Bewertung von Wohngegenden
und konkreten Adressen verwendet würden. "Es könnte sein, dass ein
Arbeitgeber erst mal schaut, wo wohnt denn der Arbeitnehmer? Was ist denn das
jetzt eigentlich für eine Fassade, was sind denn das für Wohnverhältnisse? Will
ich den wirklich einstellen?". Für viele Menschen ginge damit ein weiteres
Stück Anonymität verloren. "Aus den Fotos ergeben sich unter Umständen Zusatz-Erkenntnisse,
die uns wieder ein Stück gläserner machen.", so Schaar. *
Angehängt finden Sie
außerdem eine 'Datenschutzrechtliche Bewertung des Projektes "Google
Street View"' durch das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz
Schleswig Holstein **
Einige Gemeinden wollen
sich gegen das Vorhaben Googles wehren. So argumentiert die Gemeinde Molfsee
bei Kiel mit der Straßenverkehrsordnung und ist der Rechtsauffassung, dass
Google eine Sondernutzungserlaubnis brauche, da es sich um kommerzielle
Aufnahmen handelt. Diese Erlaubnis wolle man verweigern.
Unsere Fragen:
Welche Maßnahmen sind aus
Sicht der Verwaltung erforderlich, um die schutzwürdigen Belange der Bürger in
diesem Fall zu wahren?
Wie kann das Vorhaben
Googles das irgendwann auch die Bürger Wegbergs betreffen wird, verhindert
werden?
Was könnte aus Sicht der
Stadt Wegberg in die Wege geleitet werden, um auf das Auftreten der Kamera
Wagen vorbereitet zu sein?
Wir regen an, dass der Rat
der Stadt Wegberg oder einer seiner Ausschüsse das Thema baldmöglichst
behandelt und die Stadt dazu eine Vorlage erarbeitet.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
37,9 kB
|
