Empfehlungsvorlage - VO/1021/09

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Nach der endgültigen Grenzziehung zwischen Deutschland und den Niederlanden (Wiener Kongress 1814-1815) wurde der Meinweg auf die einzelnen umliegenden niederländischen und deutschen Kommunen verteilt.  Bis dahin war das Gebiet  - bis zur endgültigen Verteilung 1822 gemeinsames Eigentum von zwölf niederländischen und deutschen Kirchspielen. Die gemeinsame Geschichte spiegelt sich bis heute im Namen „Meinweg“ beidseitig der Grenze für die Grenzregion wieder. So wurde der auf niederländischer Seite gelegene Nationalpark ebenfalls hiernach benannt (Nationalpark De Meinweg). Beidseits der Grenze stehen große (bewaldete) Teile im Eigentum der betreffenden Kommunen. Das Land NRW (inkl. der NRW Stiftung) und das Königreich der Niederlande besitzen einen ansehnlichen Teil der Flächen (z. B. im Nationalpark De Meinweg, NL und im Lüsekamp und Boschbeektal, Forst Meinweg, Naturwaldzelle Dalheim, Schaagbachtal und das Helpensteiner Bachtal, D).

 

Die Grenzkommunen haben einen ausgesprochenen ländlichen Charakter und wollen nachhaltig den Bereich Tourismus und Erholung stärken. Die gemeinschaftliche grenzüberschreitende Geschichte bietet den Projektpartnern, hierzu zählen die Gemeinden Niederkrüchten, Wassenberg und Wegberg sowie die NABU Naturschutzstation auf deutscher Seite und Roermond, Roerdalen, die Overlegorgaan NP De Meinweg und das Staatsbosbeheer Regio Zuid auf niederländischer Seite, die einmalige Chance, nachhaltig diese Ziele zu verfolgen. Durch die Verbindung und weitere Entwicklung von gefährdeten Lebensräumen sollen Natur und Landschaft gestärkt werden und ein grenzüberschreitendes Netzwerk zu einem effizienteren Vorgehen im Natur- und Landschaftsschutz beitragen.

 

Ziele des Projektes sind

Ø      die Verbesserung der Qualität von Natur und Wäldern im deutsch-niederländischen   Meinweggebiet,

Ø      die Stärkung der nachhaltigen Naherholung in der Grenzregion durch die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing des Netzwerkes in deutscher und niederländischer Sprache unter dem Namen „Nationalregion De Meinweg“,

Ø      die Realisierung einer grenzüberschreitenden abgestimmten Planung, Pflege und Untersuchung (Monitoring) von Natur- und Landschaftsschutzgebieten,

Ø      die Vernetzung von grenzüberschreitenden Sonderbiotopen wie Feucht- und Trockenheiden, Gagelmooren und Maßnahmen zum Artenschutz gefährdeter Arten, wie z. B. der Kreuzotter,

Ø      die Realisierung einer grenzüberschreitenden abgestimmten Besucherlenkung und das Informationsangebot,

Ø      der Informationsaustausch über die Kenntnisse und die Präsentation von Natur und Landschaft,

Ø      die quantitative und qualitative Verbesserung des Angebotes an Veranstaltungen im Bereich der  Natur- und Landschaftskunde und der Heimatkunde,

Ø      die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Grenzregion,

Ø      die Errichtung von Beobachtungspunkten (u. a. auf der Hochterrasse mit Überblick über Boschbeek und Maastal) und die Realisierung von sog. „Eingangstoren“ zum Gebiet,

Ø      die Verbindung von Roermond, Wassenberg, Wegberg und Niederkrüchten über das dazwischen liegende Meinweggebiet und

Ø      die Ausbildung von zweisprachigen ehrenamtlichen Natur- und Landschaftsführern und die Vermarktung der Angebote.

Diese Zielsetzung ist auch im Zusammenhang mit der Ausweisung der niederländischen und deutschen Gebiete in und um den Meinweg herum als Bestandteil des Europäischen Netzwerkes von Natur und Landschaft (NATURA 2000) formuliert. Eine Stärkung der Identifikation der Bewohner der Grenzregion Meinweg soll hierdurch erreicht werden.

 

 

Zur Realisierung der Projektziele  sind als Maßnahmen vorgesehen:

Ø      die Planung und Umsetzung eines grenzüberschreitenden Natur- und Kulturerlebnis-Wegekonzeptes mit u. a. Lenkung der Besucher durch die Natur und die gemeinsame Geschichte (touristisch, Naherholungs- und archäologisches Projekt),

Ø      die zweisprachige und grenzüberschreitende Vermarktung und Kommunikation der ausgewiesenen Wege zum Erleben der Nationalparkregion De Meinweg durch zweisprachiges Informationsmaterial und Internet,

Ø      die Abstimmung für eine grenzüberschreitende Betreuung und Zielsetzung der Grenzregion De Meinweg gemäß einem Nationalpark mit einer natürlichen Entwicklung auf mehr als 50 % der Flächen,

Ø      die Realisierung des grenzüberschreitenden Verbunds von regionaltypischen Sonderbiotopen (trockene und feuchte Heiden, Heidemoore und Kreuzotterlebensräume) und Artenschutz und

Ø      die Erstellung eines Schulungsprogramms zur Ausbildung von grenzüberschreitenden (bilingualen) Kräuterpädagogen, Natur- und Landschaftsführern und Ausweitung der Veranstaltungsangebote.

 

 

Der nachhaltige Charakter des Projektes wird nach Realisierung und Ablauf in der Bildung des deutsch-niederländischen Netzwerkes gesehen. Wegen der besonderen Bedeutung des Gebietes im Europäischen Netzwerk NATURA 2000 werden die verantwortlichen Behörden und Naturschutzorganisationen die Zusammenarbeit grenzüberschreitend fortführen. Die von den Projektpartnern aufgebaute Struktur steht zukünftig zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit  und nachhaltigen Erholung zur Verfügung. Mit dem Projekt soll ein grenzüberschreitender regionaler Impuls für die Nacherholung unter den Partnern erreicht werden.

 

 

Im Bereich der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit ist u. a. die Erstellung eines Kommunikationsplanes und die Veröffentlichung einer Publikation zur Natur/Genuss-Route und einer touristischen-archäologischen Route und deren Vermarktung geplant. Projektpräsentationen im Internet, Pressemitteilungen, Teilnahmen an Messen, Veröffentlichungen in Zeitschriften, Aufnahme von Veranstaltungen und die Organisation eines zweisprachigen Symposiums zur Darstellung der Ergebnisse (Natur und Landschaft) runden das Bild ab.

 

 

Die förderfähigen Kosten des Projektes sind wie folgt gegliedert:

 

Personalkosten

250.000,00 €

Externe Kosten

350.000,00 €

Materialkosten

300.000,00 €

Sonstige Kosten

50.000,00 €

Gesamtkosten:

950.000,00 €

 

Die geplante Finanzierung des Projektes im Rahmen des INTERREG IV A Programms stellt sich folgendermaßen dar:

 

Beteiligte Institutionen:

Betrag in Höhe von:  (€)

Anteil in %:

EU-Mittel (EFRO)                                                      

475.000,00 €

50

Nationale Kofinanzierung  durch

die Provinz Limburg (NL)                                          

142.500,00 €

15

Nationale Kofinanzierung durch

das Land NRW   (D)

142.500,00 €

15

Regionale Kofinanzierung durch

die Projektpartner:

 

190.000,00 €

20

Gemeinde Niederkrüchten

Gemeinde Roerdalen

Stadt Roermond

Stadt Wassenberg

Stadt Wegberg

SBB Region Süd/NP

De Meinweg

Regiofonds Naherholung

und Tourismus Maasplassen/WCL

 

30.000 €

30.000 €

30.000 €

30.000 €

30.000 €

 

30.000 €

 

 

10.000 €

Gesamt:

950.000,00 €

100

 

Im Zusammenhang mit der Kofinanzierung sind vom Deutsch-Niederländischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette Vorgespräche mit dem Ministerium für Umwelt, Natur und Landschaft des Landes NRW, der Abteilung Ländlicher Raum der niederländischen Provinz Limburg und den Projektpartnern geführt worden.

Das Projekt soll am 1. April 2009 gestartet werden und sich über einen Zeitraum von 45 Monaten erstrecken bis ende 2012.

 

Herr Dr. Leo Reyrink, Geschäftsführer Grenspark Maas-Schwalm-Nette, und Herr Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW, werden das Projekt in der Sitzung des Ausschusses vorstellen und erläutern.

 

Die Verwaltung empfiehlt dem Ausschuss, dem Rat vorzuschlagen, für die Mitfinanzierung des Projektes seitens der Stadt Wegberg im Haushaltsjahr 2010 einen Zuschuss in Höhe von 30.000,00 € zur Verfügung zu stellen.

 

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Finanz. Auswirkung

Kosten und Finanzierung:

 

Die benötigten Haushaltsmittel zur Mitfinanzierung des Projektes in Höhe von 30.000 € (Anteil der Stadt Wegberg) müssen im Haushaltsplan des Jahres 2010 eingestellt werden. 

 

 

Alternativen:

 

- keine -

 

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

 

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung schlägt dem Rat vor, im Haushaltsjahr 2010 einen Zuschuss der Stadt zur Mitfinanzierung des INTERREG IV A Projektes „Nationalparkregion De Meinweg“  zur Verfügung zu stellen.

 

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