Entscheidungsvorlage - VO/1503/10
Grunddaten
- Betreff:
-
Wassererlebnisbereich Schwalm - Beitrag zur Naturparkschau 2012
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Entscheidungsvorlage
- Federführend:
- Planen, Bauen, Wohnen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Ausschuss | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Ausschuss für Städtebau, Umwelt und Verkehr (StUV)
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Vorberatung
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07.09.2010
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Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss (HF)
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Kenntnisnahme
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21.09.2010
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Erledigt
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Rat der Stadt Wegberg
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Entscheidung
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05.10.2010
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die
Aufwertung des Stadtzentrums mit seinen vielfältigen Problemen, aber auch
Potenzialen, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtplanung. Durch eine
attraktive Innenstadt besteht die Chance, Wegberg als Wohnstandort besser zu
positionieren und das touristische Profil zu stärken.
Neben
dem erfolgreichen Stadtmarketingprozess und der Erstellung eines Einzelhandels-
und Zentrenkonzeptes zur planungsrechtlichen Steuerung der
Einzelhandelsentwicklung im Stadtgebiet beabsichtigt die Verwaltung, als
weiteren Baustein zur Aufwertung des Stadtzentrums, die vorhandenen
innerstädtischen Grünflächen in Wert zu setzen. Bereits mit Vorlage vom
13.11.2007 (VO/0617/07) hat die Verwaltung die Notwendigkeit der
Attraktivierung des Stadtparks und des Alten Friedhofes ausführlich
dargestellt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung hatte
daraufhin in seinen Sitzungen am 27.11.2007 und am 01.04.2008 über die
Erstellung eines „Grünkonzeptes Innenstadt“ beraten; der Haupt- und
Finanzausschuss hat schließlich am 15.04.2008 die Vergabe der Planung an das Büro
„hermanns landschaftsarchitektur / umweltplanung“ aus
Niederkrüchten beschlossen.
Das
ausgearbeitete Konzept wurde daraufhin am 28.10.2008 dem Ausschuss für
Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung vorgestellt. Im Zusammenhang mit der
Konzeptplanung wurde eine erste grobe Ermittlung des Kostenrahmens vorgenommen.
Die Kosten belaufen sich demnach insgesamt geschätzt auf ca. 1,5 Mio €.
Durch eine Realisierung in Bauabschnitten ist jedoch eine sukzessive Umsetzung
möglich. Das „Grünkonzept Innenstadt“ wurde bereits seinerzeit dem
zuständigen Landesministerium und der Bezirksregierung vorgestellt und erste
Gespräche über die Möglichkeit der Förderung geführt. Der Ausschuss für
Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung hatte in der vorgenannten Sitzung die
Verwaltung daher beauftragt, sich weiterhin um Fördermittel zu bemühen.
Daraufhin
wurde bei der Bezirksregierung Köln ein diesbezüglicher Förderantrag gestellt.
Eine Förderung dieser Maßnahme konnte jedoch bis heute aufgrund fehlender
Mittel von Seiten der Bezirksregierung nicht zugesagt werden.
Parallel
dazu wurde ein Teilprojekt aus dem „Grünkonzept
Innenstadt“ als Beitrag der Stadt Wegberg zur „Naturparkschau
2012“ gemeldet.
Wie
kein anderer Naturpark in Deutschland ist der Naturpark Schwalm-Nette durch das
Element Wasser geprägt. Die beiden namensgebenden Flussläufe bilden den
Spannungsbogen, der den gesamten Naturpark kennzeichnet. Wasser als
Bereicherung im Naturpark sichtbar zu machen, soll daher durch die
„Naturparkschau 2012 – Wandervolle Wasserwelt“ in umfassender und kreativer Weise präsentiert
werden. Die Bedeutung des Wassers für Wegberg zeigt sich durch im Volksmund
gebräuchliche Namen, wie „Schwalmquellenstadt“ oder „Wegberg
im Tal der Mühlen“, die auf naturräumliche Besonderheiten und auf die
damit verbundenen Auswirkungen auf die hier lebenden Menschen hinweisen.
Insbesondere die Landschaft der Schwalm mit ihren Mühlen bildet den
unverwechselbaren Charakter Wegbergs noch in heutiger Zeit. Diese Landschaft
ist Alleinstellungsmerkmal und Anziehungspunkt für zahlreiche Gäste. Durch den
Projektbeitrag „Wassererlebnis Schwalm“ der Stadt Wegberg soll
Wasser als Grundlage des Lebens und als Bereicherung im städtischen Kontext
nachhaltig sichtbar gemacht und eine Möglichkeit der natur- und landschaftsverträglichen
Naherholung und Umweltbildung öffentlich dargestellt werden.
Das
Projekt „Wassererlebnis Schwalm“ liegt nur wenige Kilometer von der
eigentlichen Quelle der Schwalm entfernt und zugleich im Mündungsbereich des
Beeckbaches in die Schwalm. Die Fläche ist Teil des Stadtparks und grenzt
unmittelbar an den zentralen Einkaufsbereich Hauptstraße (siehe Anlage 1). Im
Nahbereich befindet sich die Wegberger Mühle, die als öffentliches Bürgerhaus
denkmalgerecht instand gesetzt wurde und in eindrucksvoller Weise verdeutlicht,
wie sich die Menschen in früherer Zeit die Wasserkraft zu Eigen machten.
Die
Vernetzung innerhalb des Naturparks Schwalm-Nette ist in besonderer Weise durch
den überregional bedeutsamen Schwalmradweg sowie durch den Europäischen
Fernwanderweg E8 bereits vorhanden. Durch einen kürzlich realisierten
Lückenschluss (Im Ländchen – Grenzlandring) existiert eine Wegeverbindung
entlang der Schwalm über Niederkrüchten nach Brüggen, die bereits heute regen
Zuspruch durch Radfahrer und Wanderer findet. Aufgrund dieser günstigen Lage
des Projektes „Wassererlebnis Schwalm“ besteht die Chance, dieses
Projekt einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Aktuell
ist die Schwalm innerhalb des Stadtparks aufgrund steiler Böschungen, die zur
Vegetationsperiode dicht mit Brennnesselbeständen bewachsen sind, nicht
zugänglich. Sie verläuft im Bereich des Stadtparks in einem grabenartigen
Profil. Der parallel verlaufende Fuß- und Radweg grenzt zu nah an die
Böschungen.
Durch
eine Verlagerung des vorhandenen Radweges nach Südosten in Richtung Innenstadt
wird Raum geschaffen, um die Schwalm wieder ins Blickfeld zu rücken. Vorstellbar ist die Anlage eines naturnahen
Wasserspielplatzes, der anders als herkömmliche Wasserspielanlagen auf
Spielgeräte verzichtet. Die Schwalm selbst wird zum Spielplatz. Baumstämme,
Findlinge und Trittsteine laden zum Erkunden ein. Die Gestaltung ermöglicht den
Zugang zum Wasser und fördert das Erleben dieses Elementes innerhalb der Natur
für alle Altersgruppen. Gleichermaßen bietet sich hier den Bewohnern und
Besuchern die Möglichkeit zur Erholung. Eine Furt aus Findlingen sowie
Holzdecks laden zum Erkunden und Entdecken ein. Sitzmöglichkeiten auf erhöhten
Plattformen an den Fußwegen bieten ausreichend Überblick. Unterlagen zum
Projekt sind dieser Vorlage als Anlage beigefügt. Die Parteien erhalten ferner
diese Unterlagen in Papierform.
Als
Ausblick könnte neben diesem Projekt der vorhandene Spielplatz rückwärtig zur
Feuerwache in die Gestaltung eingebunden werden, indem zum Schwalmufer hin
Sträucher und Bäume ausgelichtet werden. Die Spielgeräte könnten entfernt
werden. Als zentrales Element könnte die durch die Rollschuhbahn gefasste
Fläche einen Seilnetzturm erhalten. Für Kleinkinderspiel sollten entsprechende
Bereiche weiterhin zur Verfügung gestellt werden. Neue Wegeführungen zu den
vorhandenen Passagen zur Hauptstraße könnten darüber hinaus langfristig die
Verbindung zur Innenstadt als fußläufige Vernetzung zur Innenstadt stärken und
somit zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt beitragen.
Das
Projekt „Wassererlebnis Schwalm“ fand bei den Verantwortlichen der
Naturparkschau 2012 ein besonderes Interesse. Daher wurde das Büro
„hermanns landschaftsarchitekur / umweltplanung“ von der
Naturparkverwaltung zunächst beauftragt, eine Kostenschätzung für dieses
Projekt durchzuführen. Die Gesamtkosten belaufen sich demnach auf rund 101.000
€. Im Rahmen von Gesprächen hat sich der Schwalmverband bereit erklärt,
einen Teil dieser Kosten zu tragen. Bei einer Kostenaufteilung zwischen
Zweckverband Naturpark Schwalm-Nette, Schwalmverband und Stadt Wegberg
verbliebe, bei einer entsprechenden Förderung, ein Eigenanteil für die Stadt
von rund 30.000 €. Bevor der Zweckverband Naturpark Schwalm – Nette
die konkreten Projekte der Naturparkschau 2012 bestimmt, wird jedoch eine Willenserklärung
von Seiten der Stadt Wegberg über die Einstellung des vorgenannten Eigenanteils
in den Haushaltsentwurf 2011 benötigt.
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für
Städtebau, Umwelt und Verkehr nimmt die Ausführungen zum Projekt „Wassererlebnis
Schwalm“ und die im Rahmen der Haushaltsplanaufstellung erfolgte
Mittelanmeldung des Eigenanteils von 30.000 € zustimmend zur Kenntnis und
empfiehlt dem Haupt- und Finanzausschuss und dem Rat diesen Eigenanteil beim
endgültigen Beschluss des Haushaltsplanes 2011 entsprechend zu berücksichtigen.
