Entscheidungsvorlage - VO/1503/10

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Die Aufwertung des Stadtzentrums mit seinen vielfältigen Problemen, aber auch Potenzialen, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtplanung. Durch eine attraktive Innenstadt besteht die Chance, Wegberg als Wohnstandort besser zu positionieren und das touristische Profil zu stärken.

 

Neben dem erfolgreichen Stadtmarketingprozess und der Erstellung eines Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes zur planungsrechtlichen Steuerung der Einzelhandelsentwicklung im Stadtgebiet beabsichtigt die Verwaltung, als weiteren Baustein zur Aufwertung des Stadtzentrums, die vorhandenen innerstädtischen Grünflächen in Wert zu setzen. Bereits mit Vorlage vom 13.11.2007 (VO/0617/07) hat die Verwaltung die Notwendigkeit der Attraktivierung des Stadtparks und des Alten Friedhofes ausführlich dargestellt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung hatte daraufhin in seinen Sitzungen am 27.11.2007 und am 01.04.2008 über die Erstellung eines „Grünkonzeptes Innenstadt“ beraten; der Haupt- und Finanzausschuss hat schließlich am 15.04.2008 die Vergabe der Planung an das Büro „hermanns landschaftsarchitektur / umweltplanung“ aus Niederkrüchten beschlossen.

 

Das ausgearbeitete Konzept wurde daraufhin am 28.10.2008 dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung vorgestellt. Im Zusammenhang mit der Konzeptplanung wurde eine erste grobe Ermittlung des Kostenrahmens vorgenommen. Die Kosten belaufen sich demnach insgesamt geschätzt auf ca. 1,5 Mio €. Durch eine Realisierung in Bauabschnitten ist jedoch eine sukzessive Umsetzung möglich. Das „Grünkonzept Innenstadt“ wurde bereits seinerzeit dem zuständigen Landesministerium und der Bezirksregierung vorgestellt und erste Gespräche über die Möglichkeit der Förderung geführt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung hatte in der vorgenannten Sitzung die Verwaltung daher beauftragt, sich weiterhin um Fördermittel zu bemühen. 

 

Daraufhin wurde bei der Bezirksregierung Köln ein diesbezüglicher Förderantrag gestellt. Eine Förderung dieser Maßnahme konnte jedoch bis heute aufgrund fehlender Mittel von Seiten der Bezirksregierung nicht zugesagt werden.

 

Parallel dazu wurde ein Teilprojekt  aus dem „Grünkonzept Innenstadt“ als Beitrag der Stadt Wegberg zur „Naturparkschau 2012“ gemeldet.

Wie kein anderer Naturpark in Deutschland ist der Naturpark Schwalm-Nette durch das Element Wasser geprägt. Die beiden namensgebenden Flussläufe bilden den Spannungsbogen, der den gesamten Naturpark kennzeichnet. Wasser als Bereicherung im Naturpark sichtbar zu machen, soll daher durch die „Naturparkschau 2012 – Wandervolle Wasserwelt“ in  umfassender und kreativer Weise präsentiert werden. Die Bedeutung des Wassers für Wegberg zeigt sich durch im Volksmund gebräuchliche Namen, wie „Schwalmquellenstadt“ oder „Wegberg im Tal der Mühlen“, die auf naturräumliche Besonderheiten und auf die damit verbundenen Auswirkungen auf die hier lebenden Menschen hinweisen. Insbesondere die Landschaft der Schwalm mit ihren Mühlen bildet den unverwechselbaren Charakter Wegbergs noch in heutiger Zeit. Diese Landschaft ist Alleinstellungsmerkmal und Anziehungspunkt für zahlreiche Gäste. Durch den Projektbeitrag „Wassererlebnis Schwalm“ der Stadt Wegberg soll Wasser als Grundlage des Lebens und als Bereicherung im städtischen Kontext nachhaltig sichtbar gemacht und eine Möglichkeit der natur- und landschaftsverträglichen Naherholung und Umweltbildung öffentlich dargestellt werden.

 

Das Projekt „Wassererlebnis Schwalm“ liegt nur wenige Kilometer von der eigentlichen Quelle der Schwalm entfernt und zugleich im Mündungsbereich des Beeckbaches in die Schwalm. Die Fläche ist Teil des Stadtparks und grenzt unmittelbar an den zentralen Einkaufsbereich Hauptstraße (siehe Anlage 1). Im Nahbereich befindet sich die Wegberger Mühle, die als öffentliches Bürgerhaus denkmalgerecht instand gesetzt wurde und in eindrucksvoller Weise verdeutlicht, wie sich die Menschen in früherer Zeit die Wasserkraft zu Eigen machten.

 

Die Vernetzung innerhalb des Naturparks Schwalm-Nette ist in besonderer Weise durch den überregional bedeutsamen Schwalmradweg sowie durch den Europäischen Fernwanderweg E8 bereits vorhanden. Durch einen kürzlich realisierten Lückenschluss (Im Ländchen – Grenzlandring) existiert eine Wegeverbindung entlang der Schwalm über Niederkrüchten nach Brüggen, die bereits heute regen Zuspruch durch Radfahrer und Wanderer findet. Aufgrund dieser günstigen Lage des Projektes „Wassererlebnis Schwalm“ besteht die Chance, dieses Projekt einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Aktuell ist die Schwalm innerhalb des Stadtparks aufgrund steiler Böschungen, die zur Vegetationsperiode dicht mit Brennnesselbeständen bewachsen sind, nicht zugänglich. Sie verläuft im Bereich des Stadtparks in einem grabenartigen Profil. Der parallel verlaufende Fuß- und Radweg grenzt zu nah an die Böschungen.

 

Durch eine Verlagerung des vorhandenen Radweges nach Südosten in Richtung Innenstadt wird Raum geschaffen, um die Schwalm wieder ins Blickfeld zu rücken.  Vorstellbar ist die Anlage eines naturnahen Wasserspielplatzes, der anders als herkömmliche Wasserspielanlagen auf Spielgeräte verzichtet. Die Schwalm selbst wird zum Spielplatz. Baumstämme, Findlinge und Trittsteine laden zum Erkunden ein. Die Gestaltung ermöglicht den Zugang zum Wasser und fördert das Erleben dieses Elementes innerhalb der Natur für alle Altersgruppen. Gleichermaßen bietet sich hier den Bewohnern und Besuchern die Möglichkeit zur Erholung. Eine Furt aus Findlingen sowie Holzdecks laden zum Erkunden und Entdecken ein. Sitzmöglichkeiten auf erhöhten Plattformen an den Fußwegen bieten ausreichend Überblick. Unterlagen zum Projekt sind dieser Vorlage als Anlage beigefügt. Die Parteien erhalten ferner diese Unterlagen in Papierform.

 

Als Ausblick könnte neben diesem Projekt der vorhandene Spielplatz rückwärtig zur Feuerwache in die Gestaltung eingebunden werden, indem zum Schwalmufer hin Sträucher und Bäume ausgelichtet werden. Die Spielgeräte könnten entfernt werden. Als zentrales Element könnte die durch die Rollschuhbahn gefasste Fläche einen Seilnetzturm erhalten. Für Kleinkinderspiel sollten entsprechende Bereiche weiterhin zur Verfügung gestellt werden. Neue Wegeführungen zu den vorhandenen Passagen zur Hauptstraße könnten darüber hinaus langfristig die Verbindung zur Innenstadt als fußläufige Vernetzung zur Innenstadt stärken und somit zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt beitragen.

 

Das Projekt „Wassererlebnis Schwalm“ fand bei den Verantwortlichen der Naturparkschau 2012 ein besonderes Interesse. Daher wurde das Büro „hermanns landschaftsarchitekur / umweltplanung“ von der Naturparkverwaltung zunächst beauftragt, eine Kostenschätzung für dieses Projekt durchzuführen. Die Gesamtkosten belaufen sich demnach auf rund 101.000 €. Im Rahmen von Gesprächen hat sich der Schwalmverband bereit erklärt, einen Teil dieser Kosten zu tragen. Bei einer Kostenaufteilung zwischen Zweckverband Naturpark Schwalm-Nette, Schwalmverband und Stadt Wegberg verbliebe, bei einer entsprechenden Förderung, ein Eigenanteil für die Stadt von rund 30.000 €. Bevor der Zweckverband Naturpark Schwalm – Nette die konkreten Projekte der Naturparkschau 2012 bestimmt, wird jedoch eine Willenserklärung von Seiten der Stadt Wegberg über die Einstellung des vorgenannten Eigenanteils in den Haushaltsentwurf 2011 benötigt.

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Finanz. Auswirkung

Kosten und Finanzierung:

 

Die zusätzlichen Mittel von 30.000 € müssen entsprechend im Haushaltsplan 2011 finanziert werden.

 

 

Alternativen:

 

Keine Vorschläge der Verwaltung.

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

 

Der Ausschuss für Städtebau, Umwelt und Verkehr nimmt die Ausführungen zum Projekt „Wassererlebnis Schwalm“ und die im Rahmen der Haushaltsplanaufstellung erfolgte Mittelanmeldung des Eigenanteils von 30.000 € zustimmend zur Kenntnis und empfiehlt dem Haupt- und Finanzausschuss und dem Rat diesen Eigenanteil beim endgültigen Beschluss des Haushaltsplanes 2011 entsprechend zu berücksichtigen.

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Anlagen

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